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Urlaub in den Tropen - immer häufiger ist eine Infektion mit dem Dengue-Virus mit im Gepäck.
 
Infektiologie 23. Jänner 2013

Dengue-Fieber: Unerwünschtes Souvenir

74 Fälle in Österreich registiert - das ist ein Anstieg der nach Österreich importierten Fälle.

Zu einem deutlichen Anstieg der nach Österreich "importierten" Dengue-Fieber-Fälle ist es vergangenes Jahr gekommen. Es wurden 74 Erkrankungen registriert. Sonst waren es in den vorangegangenen Jahren zumeist um die 40 gewesen. Das berichten die Spezialisten des Departments für Virologie der MedUni Wien in ihren neuesten Virusepidemiologischen Informationen.



Die weltweite Situation, so Stephan Aberle und Departmentleiter Franz X. Heinz: "Das durch Stechmücken (hauptsächlich Aedes aegypti als 'Vektor') übertragene Denguevirus (ein naher Verwandter des FSME-Virus) kommt in tropischen und subtropischen Regionen der Welt vor (betroffene Bevölkerung: zwei bis drei Milliarden Menschen) und verursacht jährlich 50 bis 100 Millionen Infektionen."

Der Großteil dieser Infektionen verläuft asymptomatisch oder als relativ milde, fieberhafte Erkrankung. Allerdings nähmen ca. 500.000 Infektionen jährlich einen schweren Verlauf (Dengue Hämorrhagisches Fieber/Dengue Schock Syndrom) von denen mehr als 20.000 zum Tod führen.

Weder Vorbeugung noch gezielte Behandlung


Es gibt gegen das Dengue-Fieber weder eine Impfung noch eine ursächlich wirkende Behandlung. Die Experten: "In Österreich registrieren wir jährlich etwa 30 bis 100 Denguevirus-Infektionen bei Rückkehrern aus Endemiegebieten. In seltenen Fällen wurde auch bereits über einzelne autochthone Fälle in Europa berichtet (Südfrankreich und Kroatien, Anm.), wobei die Tigermücke (Aedes albopictus) als Vektor identifiziert wurde. Derzeit gibt es keine Hinweise, dass die Voraussetzungen für eine anhaltende Etablierung des Virus in Europa gegeben sind."

In Österreich und in Deutschland wurden vergangenes Jahr eindeutig mehr von Reisenden importierte Dengue-Fieber-Fälle registriert. Die Experten: "Insgesamt waren es 74 Fälle, womit wir - im Gegensatz zum Jahr zuvor mit 40 Fällen - wieder über dem Durchschnittsniveau der Jahre 2002 bis 2011 (44 Fälle) liegen. Auch in Deutschland wurde 2012 mit 567 importierten Dengue-Fällen ein Anstieg (von 288 im Jahr zuvor, Anm.) beobachtet."

Häufung mit Tropen-Reisesaison



Die jahreszeitliche Verteilung der nach Österreich importierten Fälle zeigt eine Häufung im Frühjahr und im Spätsommer. Das entspricht der Saison für Reisen in tropische Regionen. Die meisten Betroffenen infizieren sich in Südostasien (z.B. Thailand), Indien, Sri Lanka, Malediven, Bali, die Philippinen, Brasilien und die Karibik waren vergangenes Jahr sozusagen die "Ursprungsländer" für die in Österreich festgestellten Erkrankungen.

Dengue auf Madeira


Einen Sonderfall stellt derzeit die portugiesische Insel Madeira dar. Dort ist es im Herbst 2012 zu einem Ausbruch gekommen. Die Insel zählt politisch zu Europa, ist aber geografisch der subtropischen Region zuzurechnen.

Die Wiener Virologen: "Im Jahr 2005 wurde das Vorkommen von Aedes aegypti auf dieser Insel erstmals beschrieben, und im Oktober 2012 wurden die ersten autochthonen Dengue-Fälle auf Madeira nachgewiesen. Seither sind 2.103 Erkrankungsfälle diagnostiziert worden (Stand 30.1.2012), wobei 122 Patienten hospitalisiert werden mussten. Todesfälle hat es bisher keine gegeben. Aufgrund des Rückgangs der Erkrankungsfälle in den letzten Wochen und aufgrund der Wintermonate rechnet man mit einem Abflauen der Epidemie." Auch zwei Österreicher haben sich vergangenes Jahr auf Madeira die Erkrankung zugezogen.

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