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Infektiologie 12. Juni 2012

Nadelstichverletzungen

Komplettumstellung auf sichere medizinische Instrumente gefordert

Verletzungen durch spitze oder scharfe Gegenstände sind eine tägliche Gefahr für Beschäftigte im Gesundheitswesen: Die Europäische Kommission schätzt die Anzahl in der EU auf 1,2 Millionen im Jahr – mit einer weitaus höheren Dunkelziffer.

Statistisch verletzt sich jeder Angestellte im Gesudnheitswesen einmal im Jahr an Blutentnahmekanülen, Injektionsnadeln oder anderen medizinischen Instrumenten mit dem Risiko der Übertragung bedrohlicher Erreger. Die Initiative SAFETY FIRST! Österreich hat sich zur Aufgabe gemacht, Nadelstichverletzungen entgegenzuwirken. Sie fordert die vollständige Umstellung aller betroffenen Institutionen auf so genannte Sichere Instrumente und Verfahren.

Die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) verzeichnet im Schnitt 2.000 Nadelstichverletzungen jährlich für Österreich. Die Initiative SAFETY FIRST! Österreich schätzt die Anzahl der Nadelstichverletzungen jedoch auf das Achtfache, da viele Verletzungen vom medizinischen Personal – teils aus Gewohnheit, teils aus Scham – gar nicht gemeldet werden. Primäres Ziel der im vergangenen September gegründeten Initiative SAFETY FIRST! Österreich ist, medizinisches Personal nachhaltig vor Nadelstichverletzungen zu schützen. „Deshalb fordern wir die Komplettumstellung von konventionellen auf Sichere Instrumente in allen österreichischen Institutionen des Gesundheits-, Pflege- und Sozialwesens“, fasst Leopold Karner, Hygienefachkraft am Landesklinikum Krems, das Hauptanliegen der Initiative zusammen. „Im Mittelpunkt steht für uns jedoch gegenwärtig die Verabschiedung der Nadelstichverordnung, zu der das Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz kürzlich einen Begutachtungsentwurf veröffentlichte“, beschreibt Ing. Günter Pfaringer, Sicherheitsfachkraft bei der Tiroler Landeskrankenanstalten GmbH, die aktuelle Aufgabe der Initiative.

Die Initiative SAFETY FIRST! Österreich möchte mit ihrer Expertise bei der Formulierung der „Verordnung zum Schutz der Arbeitnehmer/innen vor Verletzungen durch scharfe oder spitze medizinische Instrumente“ (Nadelstichverordnung NastV) eng mit dem Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz zusammen arbeiten. Dabei geht es um die fristgerechte Umsetzung der „EU-Richtlinie 2010/32/EU zur Vermeidung von Verletzungen durch scharfe/spitze Instrumente im Krankenhaus-und Gesundheitssektor“. Alle Mitgliedsstaaten müssen diese Richtlinie bis zum 11. Mai 2013 im nationalen Recht verankert und umgesetzt haben. „Wir begrüßenden Begutachtungsentwurf des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz, möchten jedoch daran erinnern, dass wir uns bereits in der Übergangsphase befinden“, betont Dr. Stephan Konzett, Arbeitsmediziner am LKH Feldkirch und Hygienebeauftragter Arzt, die Dringlichkeit . Alle Betroffenen sind eingeladen, gemeinsam Projekte für den bestmöglichen Schutz vor Nadelstichverletzungen umzusetzen.

Quelle: SAFETY FIRST! Österreich

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