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Foto: .thinkstockphotos.de
Bei der Malaria tertiana stellen bei fehlender Therapie oft langjährige Verläufe ein Problem dar, da es immer wieder zu Rückfällen kommt.
 
Infektiologie 9. Mai 2012

Zukunftsproblem Malaria tertiana

Ein neues Medikament mit kurzer Einnahmedauer befindet sich derzeit in klinischer Erprobung.

„Die Malaria tertiana ist jene Malaria-Form, mit der sich die Wissenschaft in Zukunft vermehrt beschäftigen wird muss“, betonte Harald Noedl vom Institut für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin der Medizinischen Universität Wien. In einer multizentrischen Studie arbeitet die MedUni Wien unter der Leitung von Noedl an einer verbesserten und einfacheren Therapie gegen diese Form der Malaria.

 

Während die Malaria tropica, an der derzeit rund 655.000 Menschen jährlich (rund 2.000 täglich) sterben, durch vermehrte Forschung zuletzt immer mehr zurückgedrängt wurde, könnte sich die Malaria tertiana in vielen Ländern zum zukünftigen Hauptproblem entwickeln, so Noedl. Das betrifft nicht so sehr die (geringe) Sterblichkeitsrate bei Malaria tertiana, sondern die oft langjährigen Verläufe, die als Folge einer Malaria tertiana auftreten können. Denn wenn die Erreger der Malaria tertiana nicht durch eine gezielte Therapie abgetötet werden, können sie in der menschlichen Leber Monate oder sogar Jahre ruhen, und dadurch immer wieder zu Rückfällen führen.

Problem mangelnde Disziplin bei Medikamenteneinnahme

Die herkömmliche Therapie sieht die Gabe des Wirkstoffs Chloroquin über drei Tage gefolgt von einer zweiwöchigen Therapie mit Primaquin vor. „Aber im Gegensatz zu Europa ist die Disziplin bei der Einnahme von Arzneien in den tropischen Ländern oft sehr gering“, erklärt der Malaria-Experte der MedUni. Viele Betroffene würden das Medikament nach wenigen Tagen wieder absetzen.

Mit Folgen: Die Erreger überleben in der Leber und können jederzeit wieder zu einem Ausbruch der Malaria tertiana sorgen, die wie die beiden anderen Malaria-Formen ebenso ansteckend ist. Dadurch stellen die Patienten zum einen eine ständige Infektionsquelle für ihre Umgebung dar und zum anderen wird die neue Erkrankung meistens nicht mehr mit der vorangegangenen Malaria assoziiert und falsch behandelt. Noedl: „Dadurch werden die Betroffenen, zumeist ohnehin die Ärmsten der Ärmsten, immer wieder krank, und können nicht mehr arbeiten. Ein fataler Kreislauf.“

In einer multizentrischen Studie unter Mitwirkung der MedUni Wien ist man aber auf dem besten Weg, eine neue Substanz (Tafenoquin) zu etablieren. Der Vorteil: Das Medikament müsste über die Dauer von maximal drei Tagen eingenommen werden. Tafenoquin befindet sich derzeit in klinischer Erprobung.

MedUni Wien

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