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Infektiologie 7. März 2012

Weltfrauentag: Gynäkologen fordern HPV-Impfprogramm

Rund 140 Frauen sterben in Österreich jedes Jahr an Gebärmutterhalskrebs, sagte der Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG), Christian Marth, am Mittwoch bei einem Pressegespräch in Wien. Den Welttag der Frau nimmt die Gesellschaft zum Anlass, eine finanziertes Impfprogramm zu fordern.

Impfung um das 12. Lebensjahr

Ideal sei es, Mädchen rund um das zwölfte Lebensjahr gegen HP-Viren zu impfen, denn am wirksamsten sei die Impfung vor dem ersten Geschlechtsverkehr, sagte Marth. Ein Alterslimit nach oben gebe es aber nicht. Die meisten Menschen infizieren sich zwischen 20 und 30 zwar mit dem HP-Virus, den Großteil der Infektionen heile der Körper selber aus. Eine solche Ansteckung schütze im Gegensatz zu einer Impfung aber nicht davor, sich neuerlich anzustecken.

Weniger als fünf Prozent

Mit einer Durchimpfungsrate von weniger als fünf Prozent sei Österreich aber "trauriges Schlusslicht", bemängelte Marth. Während diese Impfung in über 80 Ländern schon in das Programm aufgenommen worden sei, verlasse man sich hierzulande immer noch auf den PAP-Abstrich, kritisierte der Gynäkologe Alain Gustave Zeimet. Dieser sei aber lediglich ein Instrument zur Früherkennung, nicht zur Prävention.

Studien beweisen Wirksamkeit

Die Bedenken vieler Frauen versuchte March zu zerstreuen. Große Studien würden die Wirksamkeit dieser Impfung gegen HPV beweisen. Die Wirkung der Impfung lasse auch nicht nach. Eine "Nachimpfung" werde daher "wahrscheinlich nicht nötig sein". Neben dem Gebärmutterhalskrebs könnte die Impfung auch eine Reihe anderer Erkrankungen verhindern. In Australien beispielsweise seien Genitalwarzen bei jungen Frauen nach nur einem Jahr um die Hälfte zurückgegangen.

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