Nach Kärnten muss nun auch das Land Steiermark Entschädigung an Impfopfer zahlen. Im Rahmen einer Schulimpfung erlitt ein Schüler der Volksschule St. Margarethen an der Raab eine ernste Erkrankung und musste im Spital behandelt werden. Die Mutter des Kindes war über die Risiken der Impfung nicht aufgeklärt worden. Den Eltern wurde ein Informationsblatt vorgelegt, in dem nur die Gefahren der Krankheiten, gegen welche die Impfungen schützen sollen aufgezählt wurden.  Risiken wurden nicht angesprochen"/>
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Infektiologie 8. November 2011

Land muss Impfopfer Schmerzensgeld zahlen

Nach Kärnten muss nun auch das Land Steiermark Entschädigung an Impfopfer zahlen. Im Rahmen einer Schulimpfung erlitt ein Schüler der Volksschule St. Margarethen an der Raab eine ernste Erkrankung und musste im Spital behandelt werden. Die Mutter des Kindes war über die Risiken der Impfung nicht aufgeklärt worden. Den Eltern wurde ein Informationsblatt vorgelegt, in dem nur die Gefahren der Krankheiten, gegen welche die Impfungen schützen sollen aufgezählt wurden. 

Risiken wurden nicht angesprochen

Das Landesgericht verurteilte das Land Steiermark zur Zahlung des Schmerzensgeldes, weil auf die Risiken der Impfung nicht hingewiesen wurde. Auf dem Informationsblatt, das üblicherweise den Eltern vor einer Schulimpfung vorgelegt wird, fanden die Nebenwirkungen der Impfstoffe keine Erwähnung. So wurde der Eindruck der Ungefährlichkeit der Impfung erweckt und deren allfällige Risiken wurden nicht angesprochen.

Auch auf seltene Nebenwirkungen hinweisen

Grundgedanke der Aufklärungspflicht ist es aber, Patienten entsprechend des Selbstbestimmungsrecht aufzuklären, damit diese die Risiken der Behandlung vor der Zustimmung selbst einschätzen können. Selbst auf die Möglichkeit äußerst seltener Nebenwirkungen ist laut OGH (1 Ob 84/08 x) hinzuweisen, auch dann wenn für den Eingriff aus medizinischer Sicht keine Dringlichkeit oder keine zwingende Indikation besteht.

OTS/AEGIS/AN, springermedizin.at

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