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Infektiologie 21. September 2011

Warnung vor französischer Oliven- und Tomatenpaste

Die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit informiert über ein eventuell gesundheitsschädliches Produkt, das als Souvenir den Weg nach Österreich gefunden haben könnte.

In den Gläschen mit Oliven- und Tomatenpaste des regionalen Herstellers „La Ruche“ in Vaucluse in Südfrankreich könnten gefährliche Bakterien enthalten sein. Die französischen Behörden haben das Produkt rückgerufen.

 

Wie die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, AGES, mitteilt, sind in Frankreich acht Personen an Botulismus erkrankt. Da die südfranzösische Region Vaucluse ein beliebtes touristisches Ziel ist, kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch Österreicher diese Produkte im Urlaub erworben haben.

Botulismus

Da eine Infektion mit dem Bakterium Clostridium botulinum schwerste gesundheitliche Folgen nach sich ziehen kann, wird vor dem Verzehr allenfalls vorhandener Produkte ausdrücklich gewarnt. Die französischen Behörden haben eine Rückrufaktion veranlasst. Die nähere Bezeichnung der Ware lautet: Produits Terre de Mistral et le secret d’Anais: Tapenade noire, Tartinade de tomate sechees, Tapenade verte, Pesto, Anchoiade.

Diese Warnung besagt jedoch nicht, dass die Gesundheitsschädlichkeit der Ware vom Erzeuger, Hersteller, Importeur oder Vertreiber verursacht worden ist.

Botulismus ist eine durch Clostridium botulinum verursachte Vergiftung. Botulismus-Erkrankungen sind sehr selten: Seit 1945 wurden in Österreich 13 labordiagnostisch bestätigte Erkrankungsfälle dokumentiert.

Die von diesen Bakterien gebildeten Neurotoxine zählen zu den stärksten Giften, die man kennt. Bereits 10 µg (zehn Milliardstel Gramm) gelten für den Menschen als tödliche Dosis. Die Gifte schädigen das Nervengewebe und verursachen dadurch „schlaffe Lähmungen“. Nach zwölf bis 36 Stunden treten Übelkeit, Durchfall oder Verstopfung auf. Typisch sind in der Folge Sehstörungen (Doppelbilder, Verschwommensehen, Lichtscheu), Schluckstörungen sowie eine schnell fortschreitende schlaffe Lähmung, die auch die Atemmuskulatur betrifft. Bei Patienten mit diesen Symptomen sollte möglichst frühzeitig eine intensivmedizinische Behandlung begonnen werden.

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