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Infektiologie 31. Mai 2011

Vuvuzela als Virenschleuder

Seit der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 sind Vuvuzelas nicht mehr nur in Afrika bekannt. Londoner Forscher vermuten, dass Krankheiten über die Plastiktröten leichter verbreitet werden könnten.

Für die Studie bliesen acht Probanden in die Tröte. Durchschnittlich wurden 658.000 Lungenpartikel oder Aerosole pro Liter Luft durch die Instrumente abgegeben. Zu Spitzenzeiten wurden rund vier Millionen Partikel pro Sekunde abgegeben. Als die Freiwilligen zum Vergleich dazu gebeten wurden, zu schreien, verbreiteten sie nur 3.700 Partikel pro Liter bzw. 7.000 pro Sekunde.

Tatsächlich erkrankten während der Fußball-WM in Südafrika mehr Menschen an Influenza oder Masern als üblich, wobei eine direkte Verbindung zu den Blasinstrumenten nicht gesichert ist. Die Autoren räumen auch ein, dass Personen mit einer Erkrankung der Atemwege wohl nicht mit der gleichen Intensität in die Vuvuzela blasen würden, wie das bei den Testpersonen der Fall war. So wie beim Husten oder Niesen sollten Vorkehrungen gegen die Ausbreitung von Krankheiten getroffen werden, meinen die Forscher: Menschen mit Infektionen sollten dazu angehalten werden, ihre Vuvuzelas nicht in der Nähe von anderen zu benützen.

Lai K-M et al.: PLoS ONE 6(5): e20086. doi:10.1371/journal.pone.0020086

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