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Infektiologie 1. April 2011

Eignung einer neuen Generation von Testreagenzien für den Nachweis einer Epstein-Barr Virus Infektion im klinischen Routinelabor

HINTERGRUND UND ZIEL DER STUDIE: Für den Nachweis einer infektiösen Mononukleose und der Erhebung des EBV-Status, ist nach wie vor die Durchführung der Immunfluoreszenz als "Goldstandardmethode" in der Routinediagnostik empfohlen. Der Nachteil der Immunfluoreszenz liegt in der komplexen Abarbeitung der Proben, und verlangt zusätzlich eine erfahrene biomedizinische AnalytikerIn. Eine mögliche Automatisierung der EBV-Diagnostik ist somit von höchstem Interesse für die Arbeit im klinischen Routinelabor. Wir erhoben daher in einer Studie die Eignung der neuen Testreagenzien (EBV VCA IgM, VCA/EA IgG und EBNA IgG) am VIDAS Testgerät im Vergleich zur routinemäßig verwendeten Goldstandardmethode. PATIENTEN UND METHODEN: Insgesamt wurden in dieser Studie 174 Serumproben untersucht. Im Zusammenhang mit der klinischen Zuweisungsdiagnose wurden mittels Immunfluoreszenz 60 Proben mit Hinweis auf eine infektiöse Mononukleose, 26 Proben mit Ausschluss einer Infektion und 88 Proben ohne klinische Hintergrundinformation und unterschiedlicher Antikörperkonstellation definiert. Sämtliche Proben wurden retrospektiv mit den neuen Testreagenzien am VIDAS Gerät nachuntersucht. Die neuen VIDAS-Reagenzien basieren auf Basis der "enzyme-linked fluorescent assay" Methode. Proben mit voneinander abweichenden Ergebnissen wurden im Anschluss mittels Immunoblot nachuntersucht. ERGEBNISSE: In der Übereinstimmung von VIDAS und IFA für evaluierbare Ergebnisse wurde eine fast perfekte Übereinstimmung beobachtet (Kappa = 0,91; 95 %-Konfidenzintervall 0,86–0,97). Unter Einbezug der nicht ermittelbaren VIDAS Ergebnisse als diskordant und konkordant ergaben die Kappa-Koeffizienten jeweils 0,71 (0,63–0,79) und 0,93 (0,88–0,98). Am VIDAS Gerät wurden mit den neuen Reagenzien entsprechend der definierten Gruppen insgesamt 45 idente Erstinfektionen, 22 idente Proben ohne EBV-Infektion und in der Gruppe ohne klinische Hintergrundinformation 70 idente Proben nachgewiesen. Mittels Immunoblot wurde in den diskrepanten Proben eine annähernd gleichwertige Leistung beider Testsysteme nachgewiesen. SCHLUSSFOLGERUNG: Die neuen Testreagenzien am Vidas Gerät stellen eine mögliche Alternative zur Immunfluoreszenz dar. Besonders die Automatisierung der EBV-Diagnostik ist ein Fortschritt für die Arbeit im klinischen Routinelabor.

Christoph Koidl, Regina Riedl, Bettina Schweighofer, Sandra Fett, Michael Bozic, Egon Marth, Wiener klinische Wochenschrift 7/8/2011

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