zur Navigation zum Inhalt
 
Infektiologie 1. April 2011

Spontane Hämoptoe als Spätkomplikation nach extrapleuraler Nylon-Plombierung bei tuberkulöser Lungenkaverne

Die endemische Ausbreitung der Tuberkulose sowie die fehlende Verfügbarkeit einer adäquaten Pharmakotherapie führten zu einer Renaissance der chirurgischen Tuberkulosetherapie bis in die frühen fünfziger Jahre. Spätkomplikationen der chirurgischen Plombierung, welche oft Jahrzehnte zuvor durchgeführt wurde, sind insgesamt selten und meist durch Infektionen bzw. Migration des eingebrachten Fremdmaterials verursacht. Wir berichten über einen 73-jährigen Patienten, welcher aufgrund von seit vier Tagen bestehenden Hämoptysen zugewiesen wurde. Klinisch waren ein linksseitig abgeschwächtes Atemgeräusch sowie eine reizlose Narbe nach paravertebraler Thorakotomie auffällig. CT-morphologisch bestand der dringende Verdacht auf ein Empyem, bronchoskopisch konnte eine Fistel im Bereich des linken Unterlappenbronchus dargestellt werden – die Veränderungen wurden als Spätkomplikation einer vor 53 Jahren durchgeführten chirurgischen Tuberkulosetherapie interpretiert. Der Nachweis von Nylonmaterial im linken Bronchialsystem bestätigte die Verdachtsdiagnose, es erfolgte die operative Versorgung (Resektion, partielle Dekortikation). Spätkomplikationen nach extrapleuraler Pneumolyse und Plombierung können auch Jahrzehnte nach dem initialen Eingriff auftreten. Der vorliegende Fall demonstriert eine seltene Ursache spontaner Hämoptoe.

Tom Bollmann, Katrin Hegenscheid, Alexandra Busemann, Konrad Kölble, Norbert Hosten, Claus-Dieter Heidecke, Chris M. Kähler, Ralf Ewert, Wiener Medizinische Wochenschrift 7/8/2011

Volltext dieses Beitrags / entire article auf SpringerLink

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben