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Infektiologie 30. März 2011

Calprotectin gegen Aspergillus

Infektionen mit Schimmelpilzen können bei Patienten mit chronischer Neutropenie oder einer Funktionsstörung der Neutrophilen zu lebensbedrohlichen Erkrankungen wie zum Beispiel einer septischen Granulomatose (CGD) führen.

Bei gesunden Menschen setzen Neutrophile reaktive Sauerstoffverbindungen frei, um eindringende Pathogene abzutöten und zu verdauen. Bei CGD-Patienten fehlt den Neutrophilen die Fähigkeit, diese Mikroben abzutöten. Dr. Janine Reichenbach, Fachärztin für klinische Immunologie am Universitäts-Kinderspital in Zürich, hat zusammen mit anderen Forschern bereits zeigen können, dass normale Neutrophile extrazelluläre Strukturen bilden – Neutrophile Extrazelluläre Fallen oder NETs genannt. Diese netzartigen Strukturen nehmen Aspergillus-Pilze auf und schließen sie ein. In Zusammenarbeit mit Forschern der Universität Umeå, Schweden, haben die Wissenschaftler des Universitäts-Kinderspitals Zürich neue Informationen zu CGD gewonnen. Sie verglichen die Funktion der Neutrophilen eines CGD-Patienten vor und nach einer Gentherapie. „Unsere Ergebnisse zeigen deutlich, dass das antimikrobielle Calprotectin, das in den NETs freigesetzt wurde, ebenfalls wichtig für die Immunabwehr der Neutrophilen gegenüber der Aspergillus-Infektion ist“, erklärt Reichenbach. Das Team hat entdeckt, dass die Neutrophilen von CGD-Patienten keine NETs bildeten und vor der Gentherapie kein Calprotectin freisetzen können. Daher waren die Neutrophilen nicht in der Lage, Aspergillus abzutöten und zu verdauen. Die nach der Gentherapie korrigierten Neutrophilen konnten die NETs-Struktur und Calprotectin freisetzen. „Calprotectin spielt demnach eine wesentliche Rolle bei der Abwehr von Neutrophilen gegenüber einer Aspergillus-Infektion“, sagen die Forscher.

Bianchi, M. et al.: Journal of Allergy and Clinical Immunology 2011; doi:10.1016/j.jaci.2011.01.021

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