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Foto: wikipedia
Anopheles-Mücke, Überträgerin der Malaria tropica.
 
Infektiologie 22. Februar 2011

Schutz für Reisende

Therapie der unkomplizierten Malaria tropica.

Medikamente der ersten Wahl zur Behandlung der unkomplizierten Malaria tropica sind laut WHO Artemisinin-basierte Kombinationspräparate (Artemisinin based combination therapies, „ACTs“). Ab Frühjahr 2011 wird reisenden Europäern die neue Fixkombination Dihydroartemisinin/Piperaquin als Therapie und Standby-Therapie zur Verfügung stehen.

 

„Malaria kann ohne rechtzeitige Behandlung letal enden“, betonte Prof. Dr. Hans Dieter Nothdurft, Leiter des Bereichs Reisemedizin der Ludwig-Maximilians-Universität München, anlässlich der 44. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Tropenmedizin und Parasitologie in Graz.

Eine Reduktion des Infektionsrisikos kann in endemischen Gebieten einerseits durch eine konsequente Expositionsprophylaxe – mit dieser kann das Infektionsrisiko um über 90 Prozent gesenkt werden – und andererseits durch eine Malaria-Chemoprophylaxe erreicht werden. Dafür stehen eine Reihe von Wirkstoffen und Wirkstoffkombinationen zur Verfügung. „Grundlage für eine Empfehlung muss aber eine Risiko-Nutzen-Kalkulation sein“, so Nothdurft.

In Gebieten mit niedrigem oder mittlerem Malariarisiko sollte die therapeutische Dosis eines Mittels als Standby- oder auch Selbstmedikations-Therapie mitgeführt werden, das bei Verdacht auf Malaria und bei fehlender Möglichkeit einer medizinischen Versorgung innerhalb von 24 Stunden eingenommen wird. Für die Standby-Therapie steht nach der Zulassung durch die Europäische Zulassungsbehörde EMA voraussichtlich ab Frühjahr 2011 mit der Fixkombination Dihydroartemisinin/Piperaquin (DHA/PQP) ein neues ACT in Europa zur Verfügung. Die Weltgesundheitsorganisation hat DHA/PQP in diesem Jahr in ihre Empfehlung für die Firstline-Therapie aufgenommen, die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin (DTG) hat die Fixkombination in ihren Leitlinien 2010 bereits angekündigt.

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