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Infektiologie 1. Oktober 2010

Pulmonale Askariose: Zwei österreichische Fälle und Überblick über die Literatur

Die Askariose ist mit einer weltweiten Prävalenz von 25 % die häufigste Helminthose beim Menschen. Die geschätzte Mortalität liegt zwischen 0.8 und 1 %. Die Larve schlüpft nach oraler Aufnahme der Ova im Dünndarm, durchdringt die Darmwand und wird in der Blutbahn zuerst in die Leber und dann in die Lunge transportiert, wo sie zu Pneumonie und Eosinophilie führen kann. Die pulmonale Symptomatik beinhaltet Dyspnoe, unproduktiven Husten, Hämoptysen und Fieber. Wir berichten über zwei Fälle von pulmonaler Askariose in Österreich. Zwei männliche Patienten wurden mit Dyspnoe, unproduktivem Husten, leichtem Fieber und Eosinophilie (19 und 26 %) vorstellig. Einer der Patienten hatte zusätzlich pulmonale Infiltrate. Die rezente Reiseanamnese war bei beiden Patienten unauffällig. Bei beiden Patienten war die Serologie für Ascaris sp. zweimal positiv, die mikroskopische Untersuchung des Stuhls auf Wurmeier hingegen negativ. Mögliche Differentialdiagnosen wurden ausgeschlossen. Beide Patienten sprachen gut auf anthelminthische Therapie mit Albendazol 400 mg beziehungsweise Mebendazol 100 mg 1–0–1 für 3 Tage an. Diese beiden Fälle zeigen, dass parasitäre Infektionen bei Patienten mit Eosinophilie und pulmonaler Symptomatik differentialdiagnostisch auch in Österreich in Betracht gezogen werden sollten.

Martin Hoenigl, Thomas Valentin, Ines Zollner-Schwetz, Helmut J. F. Salzer, Reinhard B. Raggam, Volker Strenger, Holger Flick, Robert Wurm, Robert Krause, Wiener klinische Wochenschrift 3/2010

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