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Infektiologie 1. Oktober 2010

Wirksamkeit von Anthelminthika gegenüber Pferdestrongyliden im Raum Salzburg und erste Ergebnisse der selektiven Behandlung

Weltweit nehmen die Berichte über Pferdestrongyliden zu, die gegen Anthelminthika resistent sind. In den letzten Jahren sind bereits Resistenzen gegen Makrozyklische Laktone aufgetreten. Eine mögliche Reaktion auf die zunehmende Verbreitung von resistenten Strongyliden ist die Einführung der selektiven anthelminthischen Behandlung. Von März bis November 2008 wurden Kotproben von 281 Pferden und 5 Eseln aus 26 Beständen im Raum Salzburg untersucht. Bei 164 dieser Pferde wurde eine selektive anthelminthische Behandlung eingeführt. Dazu wurden alle vier Wochen Kotproben mit einem modifizierten McMaster Verfahren auf Strongylideneier quantitativ untersucht. Beim Überschreiten von 250 Eiern pro Gramm (EpG) Kot wurde das entsprechende Pferd zuerst mit Pyrantel und bei weiteren Überschreitungen der Reihe nach zuerst mit Ivermectin und danach mit Moxidectin entwurmt. Anschließend wurde die Wirksamkeit der Behandlung mit einem Eizahlreduktionstest (FECRT) überprüft. Im Herbst wurden alle 164 sowie zusätzlich noch 117 Pferde und 5 Esel unabhängig von der Eiausscheidung mit Moxidectin und Praziquantel behandelt und wiederum ein Eizahlreduktionstest durchgeführt. Insgesamt konnten 1521 Kotproben ausgewertet werden. In 1065 Kotproben (70 %) wurden zu keinem Zeitpunkt Strongylideneier gefunden. Eine Eiausscheidung > 250 EpG wurde nur in 109 Kotproben (7 %) nachgewiesen. Dementsprechend wurden nach der Gabe von Pyrantel 49 FECRTs, nach der Verabreichung von Ivermectin 28 und nach Moxidectin-Entwurmung 109 FECRTs durchgeführt. Alle Eizahlreduktionstests nach der Anwendung von Ivermectin und Moxidectin ergaben eine Eizahlreduktion von 100 %. Nach Applikation von Pyrantel war die durchschnittliche Eizahlreduktion in einem Bestand am Tag 14 85,4 % und am Tag 21 74,9 %. Beim Einsatz von Pyrantel sollte die Wirksamkeit immer mit Hilfe von Eizahlreduktionstests überprüft werden.

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