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Infektiologie 1. Oktober 2010

Synergismus zwischen Pyronaridin und Retinol bei Plasmodium vivax in vitro

Schätzungsweise erkranken weltweit jährlich bis zu 391 Millionen Menschen an Malaria tertiana, hervorgerufen durch Plasmodium vivax. Bislang ist die blutschizontozide Therapie mit Chloroquin in weiten Teilen der Erde noch erfolgreich, doch die Berichte über Resistenzentwicklungen nehmen zu. Die Studie hatte das Ziel, die pharmakodynamische Interaktion von Pyronaridin und Retinol bei Plasmodium vivax zu untersuchen, da Untersuchungen bei Plasmodium falciparum auf hochgradigen Synergismus zwischen beiden Substanzen hinweisen und Pyronaridin eines der möglichen Ersatzmedikamente bei Eintritt von Chloroquinresistenz ist. Die Arbeiten wurden 2009 an der Malariaklinik von Mae Sot, Provinz Tak, Thailand, nahe der Grenze zu Myanmar durchgeführt. Die in-vitro Prüfungen folgten der Methode von Tasanor und ergaben für 44 Isolate erfolgreiche parallele Tests. Die mittleren IC50, IC90 und IC99 Werte für Pyronaridin betrugen 9,8; 2069,6 und 162446,5 nM und konnten durch Zugabe von Retinol (entsprechend Konzentrationen der 50., 65. und 80. Perzentile der physiologischen Retinolspiegel gesunder Erwachsener) auf 1,7; 542,8 und 59379,5 nM für Pyronaridin + Retinol "low", auf 0,5; 313,7 und 58891,4 nM für Pyronaridin + Retinol "medium und auf 0,2; 96,7 und 16754,3 nM für Pyronaridin + Retinol "high" gesenkt werden. Diese Ergebnisse weisen auf starken Synergismus zwischen beiden Substanzen hin.

Julia Riedl, Gunther Wernsdorfer, Kanungnit Congpuong, Ursula Wiedermann, Jeeraphat Sirichaisinthop, Walther H. Wernsdorfer, Wiener klinische Wochenschrift 3/2010

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