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Infektiologie 1. Oktober 2010

Der Schrecken der Miasmen: Österreichische Forscher an Bord der Fregatte Novara auf den Spuren der Malaria

Der Begriff Miasma geht auf Hippokrates von Kos zurück. Er verstand darunter gefährliche Ausdünstungen des Bodens, die sich in der Luft verbreiten und zu bösen Krankheiten führen. Noch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurden den Miasmen der Sümpfe die Schuld an der Entstehung und Verbreitung des so genannten Wechselfiebers, kalten Fiebers, Sumpffiebers oder Malaria gegeben. Erst 1898 wurden die Vorgänge bei der Übertragung des Malaria-Erregers durch die Stechmückengattung Anopheles aufgeklärt. Am 30. April 1857 war die österreichische Fregatte Novara zu einer Weltumsegelung von Triest aus in See gestochen. Einer der Schiffsärzte, Dr. Eduard Schwarz, befasste sich eingehend mit der Beschaffenheit der Miasmen und veröffentlichte seine Untersuchungen in dem medizinischen Teil des "Novara-Werkes", 1861. Schwarz erklärte das Auftreten des gefürchteten Nikobaren-Fiebers durch Zersetzungsprozesse organischer Stoffe, die zu den gefährlichen Miasmen führen, die nur durch Trockenlegen der Sümpfe beseitigt werden könnten. Karl von Scherzer, der wissenschaftliche Leiter der Novara-Expedition, holte genaue Informationen über das Verbreitungsgebiet des Chinarindenbaumes ein, da dieser gerüchteweise vom Aussterben bedroht gewesen sein soll, was sich aber in der Folge als unwahr erwiesen hatte. Aus der Rinde dieses Baumes wurde das Chinin hergestellt, das als Mittel gegen Malaria, Schmerzen und Fieber weltweit seine Anwendung fand.

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