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Infektiologie 14. September 2010

Wer nicht an Meningokokken erkrankt

Rund 15 Prozent aller Menschen haben Meningokokken im Rachen, ohne daran zu erkranken. Nun wurde in einer groß angelegten Kohortenstudie ergründet, wie sich entscheidet, wer gesund bleibt und wer nicht.

Meningokokkeninfektionen gehören zu den gefährlichsten Infektionserkrankungen. Sie können innerhalb weniger Stunden aus voller Gesundheit zum Tod führen. Obwohl es sich um eine klassische Infektionserkrankung handelt, waren die genauen Umstände, warum diese Erkrankung beim Einzelnen auftritt, bisher unbekannt. Aus Familienuntersuchungen war allerdings bereits eine genetische Neigung bekannt gewesen, an Meningokokken zu erkranken. Um herauszufinden, welche Gene für das Auftreten dieser Infektionserkrankung verantwortlich sind, wurde in einer Patientenkohorte von 1.433 Kindern eine genomweite Assoziationsstudie durchgeführt. Diese Untersuchung ermöglicht 500.000 genetische Einzeluntersuchungen pro Proband, und es lässt sich das gesamte menschliche Genom überblicksmäßig darstellen. So konnten nun zwei Gene im Bereich des Faktor H und des Faktor-H-bindenden Proteins des Komplementsystems identifiziert werden, die hauptsächlich für das Auftreten dieser Erkrankung verantwortlich sind. „Es handelt sich unseres Wissens nach um die Erstbeschreibung, dass normale genetische Variationen des Menschen für das Auftreten einer Infektionserkrankung verantwortlich sind“, erklärt Studienautor Prof. Dr. Werner Zenz, Klinische Abteilung für Allgemeine Pädiatrie der MedUni Graz.

Quelle: Davila, S. et al.: Nature Genetics 2010; 42: 772–6; doi:10.1038/ng.640

MedUni Graz/PH, Ärzte Woche 37 /2010

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