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Foto: zVg
Im Fluoreszenzmikroskop erscheinen die virulenten Zellen (rot) in einem anderen Licht als die persistenten Keime (grün). 
 
Infektiologie 8. September 2010

Persistente Bakterien leuchten anders

Forschern gelang es, einen fluoreszierenden Biosensor herzustellen, der ermöglicht, zwischen virulenten und persistenten Bakterien zu unterscheiden.

Wenn Entzündungen nach Absetzen der Antibiotika gleich wieder auftreten, dann stecken nicht virulente motile Bakterien, sondern Biofilm bildende persistente Erreger dahinter, die mit herkömmlichen Antibiotika-Therapien nur schwer zu eliminieren sind. Im Fall einer Entzündung nach einer Hüftoperation können sie mittelfristig zur Abstoßung der Prothese führen. An der ETH Zürich wurde nun eine Methode gefunden, mit der sich diese Erreger aufspüren lassen. Ein genetisch kodierter Sensor, der auf dem Prinzip des Fluoreszenz-Resonanzenergietransfers basiert und die molekulare Interaktion zwischen Proteinen und Signal-Botenstoffen sichtbar machen kann, leuchtet nach der Zellteilung unterschiedlich stark, je nachdem, ob es sich um Bakterien handelt, die über Geißeln verfügen – die motilen virulenten Bakterien – oder jene, die „sesshaft“ sind und einen Biofilm bilden. Dies führen die Forscher auf eine unterschiedliche Menge an Botenstoffen zurück, über die die beiden verschiedenen Bakterientypen verfügen.

Quelle: Christen, M. et al.: Science 2010; 328: 1295-7; doi:10.1126/science.1188658

ETH Zürich/PH, Ärzte Woche 36 /2010

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