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Infektiologie 1. April 2010

Hepatitis C Therapie: Ergebnisse in der klinischen Routine

EINLEITUNG: Mit der heute zur Verfügung stehenden Standardtherapie der chronischen Hepatitis C bestehend aus pegyliertem Interferon und Ribavirin erreichen in randomisierten und kontrollierten Studien bis 60% der Patienten eine dauerhafte Viruselimination (SVR). Die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse in der klinischen Praxis ist unklar, deshalb untersuchten wir alle konsekutiven, therapienaiven Patienten an unserer Abteilung um die Wirksamkeit der Standardtherapie in der klinischen Routine zu überprüfen.

MATERIAL UND METHODIK: Insgesamt wurden 219 Patienten mit pegyliertem Interferon Alpha (2a oder 2b) und Ribavirin (800–1200 mg/Tag) in den Jahren 2000 und 2006 behandelt. 34.8% der Genotyp 1/4/6 und 18.4 % der Genotyp 2/3 Patienten wiesen eine Fibrose Grad 3 oder 4 auf. Die Patienten wurden gemäß der gängigen Ein- und Ausschlusskriterien für klinische Studien in zwei Gruppen geteilt. Die Therapieergebnisse dieser beiden Gruppen wurden getrennt analysiert.

ERGEBNISSE: 44.3 % der Patienten erreichten eine dauerhafte Viruselimination. Jene mit einer niedrigen Fibrose (F0 – F2) erreichten in 52.5 % und jene mit einer Fibrose F3 – F4 erreichten in 20.8 % einen SVR. Die SVR-Rate für Patienten mit Genotyp 1/4/6 betrug 35.4 % (SVR: F0 – F2 47.7; F3 – F4 19.6 %) und für Genotyp 2/3 67.8 %. In der Gruppe der Patienten, mit ungünstigen Voraussetzungen für die Therapie war die SVR-Rate signifikant niedriger (32.4 % vs. 50 %; p = 0.017), zudem war in dieser Gruppe die Non-Responder-Rate deutlich erhöht (30.9 % vs. 13.8 %).

SCHLUSSFOLGERUNG: Bis zu einem Drittel der Patienten weisen ungünstige, zu schlechteren Therapieergebnissen führende, Voraussetzungen, für eine antivirale Therapie auf. Der Therapieerfolg ist durch Patientenselektion, Schweregrad der zu Grunde liegenden Lebererkrankung und Anteil der Patienten mit fortgeschrittener Lebererkrankung beeinflusst.

Andreas Maieron, Sigrid Metz-Gercek, Franz Hackl, Alexander Ziachehabi, Harri Fuchsteiner, Christoph Luger, Helmut Mittermayer, Rainer Schöfl, Wiener klinische Wochenschrift 7/8/2010

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