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Infektiologie 1. März 2010

Feldforschung zur nachhaltigen Kontrolle von Helminthen-Infektionen

Vor 30 Jahren hat das Institut für Tropenmedizin der Universität Tübingen ein Forschungszentrum und Onchozerkose-Referenzlabor (ORL) in Togo in Westafrika gegründet. Das ORL war maßgeblich an der Erprobung und Einführung von Ivermectin als Standardtherapie gegen die Filarie Onchocerca volvulus, Erreger der Onchozerkose, beteiligt. Die Bekämpfung von Filariosen und vernachlässigten parasitären Infektionen bilden bis heute Schwerpunkte der Aktivitäten des ORL, die zusammen mit dem nationalen Hygieneinstitut und der Universität Lomé in Togo verwirklicht werden. Nach 24 Jahren regelmäßiger Behandlung mit Ivermectin haben die Untersuchungen des ORL gezeigt – der Onchozerkose kommt keine tragende Gesundheitsgefährdende Bedeutung mehr zu; Augenschäden und infektionsbedingte Erblindung sind kaum noch zu erwarten. Dennoch verbleibt die ländliche Bevölkerung mit intestinalen Würmern, Schistosomen und Protozoen stark belastet; im Besonderen sind Schulkinder häufig mit mehreren Parasiten gleichzeitig infiziert. Jährlich wiederholte Behandlungen von Schulkindern mit Albendazol und Praziquantel können die Parasitenlast um mehr als 80 % verringern; hingegen sind gelegentliche Interventionen nicht ausreichend, um parasitäre Koinfektionen zu eliminieren, und pro-inflammatorische zelluläre Immunreaktionen zu mindern.

Peter T. Soboslay, Richard G. Gantin, Méba Banla, Potochoziou K. Karabou, Abram Agossou, John K. Douti, Gnansa Djassoa, Christoph Heuschkel, Hartwig Schulz-Key, David M. Hamm, Peter Stingl, Wiener klinische Wochenschrift 1/2010

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