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Infektiologie 1. Oktober 2009

Sensitivität und Spezifität neuer kommerziell erhältlicher Tests zum Nachweis von Echinococcus-Antikörpern

Die durch Echinococcus granulosus hervorgerufene zystische Echinokokkose und die durch E. multilocularis verursachte alveoläre Echinokokkose zählen zu den gefährlichsten Helminthosen des Menschen. Beide Echinokokkose-Formen kommen in Österreich autochthon vor; darüber hinaus werden in Österreich im Ausland erworbene Echinococcus-Infektionen diagnostiziert und therapiert. Bei der diagnostischen Abklärung einer Echinokokkose kommt dem Nachweis spezifischer Antikörper besondere Bedeutung zu, da der klinische (und allenfalls durch bildgebende Verfahren bestätigte) Verdachtsfall erst durch den Nachweis spezifischer Echinococcus-Antikörper endgültig abgeklärt werden kann. Die Industrie stellt dafür seit vielen Jahren verschiedenste Antigene und Testkits zur Verfügung; waren dies in der Vergangenheit vor allem die Komplementbindungsreaktion (KBR), Immun- und Gegenstromelektrophorese (IEP, CIEP) oder der indirekte Immunfluoreszenztest (IIFT), so werden heute vor allem indirekte Hämagglutinationstests (IHA), Enzymimmuntests (ELISA) und Westernblot-Verfahren für den Einsatz im Routinelaboratorium angeboten. Wir haben während der letzten Jahre zwei Vergleichsstudien durchgeführt, um einerseits die Sensitivität und Spezifität zweier kommerziell erhältlicher E. granulosus-Antigene (p176-Antigen, Bogen 5-Antigen) zu erheben, andererseits drei auf dem Markt befindliche Testkits (IHA der Firmen Dade Behring, IHA der Firma Fumouze, ELISA der Firma Novagnost, Dade Behring) auf ihre Einsetzbarkeit im Routinelaboratorium, zum Aufdecken von Echinococcus-Infektionen, zu überprüfen. Dafür wurden Seren von Patienten mit histologisch und/oder molekularbiologisch verifzierter zystischer oder alveolärer Echinokokkose, von Patienten mit anderen Parasitosen sowie Seren von gesunden Probanden vergleichend auf spezifische Echinococcus-Antikörper untersucht. Das in einem ELISA verwendete E. granulosus p176-Antigen erwies sich als höchstspezifisch, jedoch als sehr wenig sensitiv, die beiden IHAs und auch der Novagnost-ELISA waren hingegen wesentlich sensitiver, wiesen aber etwas geringere Spezifitätsgrade auf. Unsere Untersuchung zeigte, dass keiner der überprüften Tests allein als Basistest zur labordiagnostischen Abklärung eines Echinokokkose-Verdachtsfalles im Routinelabor eingesetzt werden sollte.

Herbert Auer, Cornelia Stöckl, Susanne Suhendra, Renate Schneider, Wiener klinische Wochenschrift 3/2009

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