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Infektiologie 1. September 2009

Analyse slowenischer MRSA-Stämme bei Verdacht auf ambulant erworbene MRSA

HINTERGRUND: Die ambulant erworbene ("community acquired") Methicillin resistente Infektion mit Staphylococcus aureus (CA-MRSA) unterscheidet sich von der nosokomialen ("health care associated") MRSA (HA-MRSA) sowohl in ihren molekularen als auch in ihren mikrobiologischen Eigenschaften.

MATERIAL UND METHODEN: Sechs regionale und nationale Institute des öffentlichen Gesundheitswesen nahmen an der Erfassung von CA-MRSA Infektionen in Slowenien teil. Isolate, die gegenüber Oxacillin resistent und mindestens auf zwei der Antibiotika Ciproflaxin, Erythromycin, Clindamycin und Gentamycin empfindlich waren, wurden als CA-MRSA definiert und weiter analysiert. Das Vorkommen des Gens für Panton–Valentin Leukocidin (PVL) wurde durch Polymerase-Kettenreaktion (PCR) gesichert. Der Typ des SCCmec wurde durch multiplex PCR erhoben. Die Makrorestriktions-Analyse der chromosomalen DNA erfolgte durch Pulsfeld-Gelelektrophorese (PFGE).

ERGEBNISSE: In einem Zeitraum von 21 Monaten analysierten wir 31 Infektionen mit CA-MRSA bei 31 Patienten. 23 Proben waren von Spitälern eingesandt worden, 6 aus der Primärversorgung und 2 aus der Langzeitversorgung. Alle 31 Isolate enthielten das mecA Gen. 16 (51,6%) Isolate wurden als SCCmec Typ IV identifiziert, 3 Isolate waren PVL positiv. Die CA-MRSA Stämme wurden mit Hilfe von PGFE in 15 Ähnlichkeitsgruppen klassifiziert. Bezüglich der Empfindlichkeit auf Antibiotika fanden wir in den 31 Kolonien 5 verschiedene Resistenzmuster. Eine gleichzeitige Resistenz gegenüber Ciprofloxacin und Gentamycin war oft mit dem Vorkommen des SCCmec Typ 1 – ähnlich wie bei der HA-MRSA – vergesellschaftet.

SCHLUSSFOLGERUNGEN: PVL positive CA-MRSA Stämme konnten in Slowenien nur selten isoliert werden. Um das komplette mikrobiologische und epidemiologische Verhaltensmuster der CA-MRSA zu erfassen, werden wir die MRSA Stämme weiter genau beobachten und monitorisieren.

Irena Grmek-Kosnik, Urska Dermota, Helena Ribic, Mateja Ravnik, Martina Kavcic, Tatjana Harlander, Tjasa Zohar-Cretnik, Iztok Strumbelj, Ljudmila Sarjanovic, Alenka Kraigher, Wiener klinische Wochenschrift 17/18/2009

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