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Infektiologie 3. September 2009

Gibt es bald einen Aids-Impfstoff? Neue Antikörper zeigen schwachen Punkt des HI-Virus

US-Forscher haben einen neuen Ansatz für einen Aids-Impfstoff gefunden. Das erste Mal seit 20 Jahren entdeckten sie natürliche Breitband-Antikörper gegen den Erreger und zeigten damit eine mögliche Achillesferse der Viren auf. Das sei das Ergebnis der verstärkten Suche bei sehr vielen Infizierten in der ganzen Welt, berichtet das Forscherteam im Fachjournal "Science" vorab.

Seit langem forschen Wissenschafter in aller Welt nach Antikörpern, die sich nicht nur an bestimmte, sondern an eine Vielzahl der sehr variablen Virusstämme binden und diese neutralisieren. Solche Antikörper mit der Bezeichnung bNAb treten in seltenen Fällen spontan bei infizierten Personen auf. Nach der Untersuchung von Blutproben von mehr als 1.800 Infizierten aus Afrika, Asien, Großbritannien und den USA fanden die Forscher zwei Antikörpertypen, die nicht nur diese gesuchte Breitband-Wirkung zeigen, sondern auch stärker auf die Viren reagieren als die besten bisher gefundenen bNAbs.

Die Stoffe mit der Bezeichnung PG9 und PG16 binden sich wahrscheinlich an einen Teil der Virushülle, der bei HIV relativ konstant bleibt, berichten Laura Walker vom Scribbs Forschungsinstitut in La Jolla und Sanjai Phogat von der International Aids-Impfinitiative in New York.

Die neuen biochemischen Testmethoden, die es erlaubten, schnell große Probenmengen zu untersuchen und die zu diesem Fund führten, lassen nach Ansicht der Forscher hoffen, dass bald noch weitere, ähnliche Antikörper entdeckt werden. "Das ist ein aufregender Schritt in Richtung auf einen möglichen zukünftigen Aids-Impfstoff", kommentiert Wayne Koff vom Internationalen Aids-Impfinitiative. "Es wurde ein neues Angriffsziel am HI-Virus identifiziert, und wo wir eins gefunden haben werden wir auch noch mehr finden."

Fachartikelnummer: DOI 10.1126/science.1178746

apa.at

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