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Infektiologie 1. November 2007

Die Endoparasiten des Sikawildes (Cervus nippon) in Österreich

Untersucht wurde die Endoparasitenfauna von 108 Stücken Sikawild (42 Kälber, 20 etwa einjährige Stücke, 46 über ein Jahr alte Stücke), die in den Jagdjahren 2003 bis 2005 in den beiden Sika-Vorkommen in Österreich (Ostrong, 35 Stücke; Tullner Donauauen, 73 Stücke) erlegt worden sind. Nachgewiesen wurden Vertreter von mindestens 4 Protozoenspezies (Eimeria austriaca, Eimeria robusta, Eimeria sordida, Sarcocystis spp.), jeweils zwei Arten von Zestoden (Moniezia benedeni, Taenia hydatigena-Zystizerkus) und Trematoden (Fasciola hepatica, Dicrocoelium chinensis?) sowie 16 Nematodenarten: 14 Arten im Magen-Darm-Kanal und jeweils eine Art in der Lunge (Dictyocaulus eckerti) bzw. auf den serösen Häuten der Bauchhöhlenorgane (Setaria cervi). Ein Befall mit Endoparasiten war bei allen 108 Stücken nachweisbar: bei 44% der Stücke wurden Sarkosporidien-Zysten nachgewiesen, bei 14,8% Eimeria spp., bei 4,6% Fasciola hepatica, bei 27,6% Dicrocoelium chinensis?, bei 3,1% Dictyocaulus eckerti, bei 3,7% Moniezia benedeni und bei 98,1% Magen-Darm-Nematoden. Die Befallsstärke mit Magen-Darm-Nematoden variierte zwischen 0 und 1089 bei einem (geometrischen) Mittelwert von 149 Würmern. Der Lagmagen war der am stärksten parasitierte Abschnitt des Verdauungskanals und beherbergte 81% der gesamten Nematodenbürde, gefolgt von Dünndarm und Dickdarm mit Anteilen von 14% bzw. 5%. Die am häufigsten gefundenen Nematoden-Spezies waren Spiculopteragia houdemeri (93,5%), Oesophagostomum sikae (87,9%), Oesophagostomum venulosum (51,4%), Cooperia pectinata (42,1%), Spiculopteragia böhmi (23,4%) und Ostertagia leptospicularis (16,8%). Spiculopteragia houdemeri und Rinadia andreevae wurden erstmals als Parasiten in Österreich nachgewiesen.

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