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Infektiologie 1. April 2007

Lebensmittelbedingte infektiöse Krankheitsausbrüche, Österreich 2005

Im Jahr 2005 wurden in Österreich 606 lebensmittelbedingte Krankheitsausbrüche, mit 1.910 Erkrankten (davon 368 Hospitalisierte und 1 Todesfall) berichtet. Für 99% aller Ausbrüche waren Salmonella spp. oder Campylobacter spp. verantwortlich. Von den 606 berichteten Ausbrüchen wurden 46 (8%) im Ausland erworben. Von 560 im Inland akquirierten lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen wurden mit einer Ausnahme (Norovirus: Ausbruch mit 22 Betroffenen) alle durch Bakterien verursacht: 427 (76%) durch Salmonella spp., 128 (23%) durch Campylobacter spp. und je zwei Ausbrüche durch enterohämorrhagische Escherichia coli und Yersinia enterocolitica. 20% bzw. 16% der im Inland an einem Ausbruch durch Salmonella spp.- bzw. Campylobacter spp. erkrankten Personen wurden hospitalisiert. Das Lebensmittel Ei zeichnete alleine für 57% aller Ausbrüche mit berichteter Infektionsquelle verantwortlich. Fleisch (besonders Geflügelfleisch) war für 30% dieser Ausbrüche und Milch/Milchprodukte (besonders Rohmilch) für 4% verantwortlich. Das Verhältnis Familien-/Haushaltsausbrüche zu allgemeinen Ausbrüchen beträgt derzeit 89% zu 11%. Bei allgemeinen Ausbrüchen wurden folgende Orte der Exposition benannt: öffentliche Verköstigungen (inkl. Restaurant, Kantine) 34 x, Familienfeiern 14 x, Kindergärten 4 x, Feste (z.B. Dorffest, Hubertusfeier) 3 x, Altersheime 2 x und öffentliche Verköstigungen plus Haushalte (österreichweiter S. Enteritidis PT19 Ausbruch) 1 x. Der hohe Anteil an Familienausbrüchen reflektiert unseres Erachtens vor allem die noch mangelnde epidemiologische Qualität der Ausbruchsabklärungen, i.e. fehlende Zusammenführung einzelner Ausbrüche zu bezirks- und bundesländerüberschreitenden lebensmittelbedingten Ausbrüchen.

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