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Infektiologie 17. April 2008

Impfung erfolgreich

Jahr für Jahr sterben in den ärmsten Ländern Afrikas und Asiens 413.000 Menschen an den Folgen von Rotavirus-Infektionen, 15.000 sind es in Lateinamerika, 200 in Europa. Die Entwicklung einer Rotavirus-Vakzine trägt Früchte: Zwei Gaben einer oralen abgeschwächten Lebendimpfung gegen humane Rotaviren sind bis zu zwei Jahre gegen schwere, durch Rotaviren verursachte Gastroenteritis wirksam. Das ist das Ergebnis einer chilenischen Studie. Prof. Dr. Miguel O’Ryan vom Institute of Biomedical Sciences der Faculty of Medicine der Universität von Chile und seine Kollegen unternahmen eine doppelblinde, placebokontrollierte Phase-III-Studie mit 15.183 gesunden Kindern aus zehn lateinamerikanischen Ländern (Lancet 2008; 371: 1181).
Die Kinder wurden zufällig in Gruppen eingeteilt und erhielten zwei orale Gaben entweder des Impfstoffes RIX4414 oder eines Placebo. Die gemessenen Endpunkte waren die Wirksamkeit des Impfstoffs zwischen zwei Wochen nach der zweiten Gabe und dem ersten Geburtstag, während des zweiten Lebensjahres und für die ganze Periode zwischen zwei Wochen nach der zweiten Dosierung und dem zweiten Geburtstag.
In der Impfgruppe traten weniger Fälle schwerer, Rotaviren-verursachter Gastroenteritis in der ganzen 2-Jahres-Periode auf (32 von 7.205 Fälle; 0,4 Prozent) als in der Placebogruppe (161 von 7.081; 2,3 Prozent); die Wirksamkeit des Impfstoffes gegen den Wildtyp G1-Rotavirenstamm lag bei 80,5 bis 82,1 Prozent, gegen einen gepoolten nicht-G1-Stamm bei 77,5 Prozent und gegen einen gepoolten nicht G1-P[8]-Stamm bei 80,5 Prozent. Die Wirksamkeit des Impfstoffs, gemessen an der verringerten Zahl an Krankenhauseinweisungen auf Grund Rotaviren-verursachter Gastroenteritis, lag bei 83 Prozent und für Krankenhauseinweisung auf Grund von Durchfall unbekannter Ursache bei 39,3 Prozent.
Von Darminvaginationen wurde im zweiten Jahr der Nachuntersuchung nicht berichtet. Die Forscher folgern deshalb: „Eine Aufnahme dieses Impfstoffes in den routinemäßigen Impfplan könnte die Belastung durch Rotavirenerkrankungen weltweit deutlich verringern.“

Lancet

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