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© K. Bastl
Wiesen-Fuchsschwanzgras: Pollenforschung auf den Steinhofgründen.
 
Immunologie 12. September 2016

Diese Diss ist ein Durchbruch

Hepatitis B. Es gibt keine wirksamen Antikörper bei bis zu 10 Prozent der konventionell Geimpften. Ein neuartiger Impfstoff gegen Gräserpollen-Allergien (BM 32) könnte aber auch eine Behandlungsoption gegen die Infektion mit Hepatitis B sein.

Der Impfstoff BM 32 basiert auf einer innovativen, rekombinanten Peptid-Carrier-Technologie, die – im Vergleich mit anderen Immuntherapien für Allergikern – erheblich weniger Injektionen notwendig macht und auch geringere Nebenwirkungen hat. Die rekombinante Peptid-Carrier-Technologie wurde am Christian Doppler Labor für Allergieforschung unter der Leitung von Rudolf Valenta an der MedUni Wien entwickelt.

BM 32 ist eine gemeinsame Entwicklung mit dem Unternehmenspartner Biomay AG.

Nun hat Carolin Cornelius in ihrer Dissertation am Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung der MedUni Wien im Rahmen einer Phase IIb-Studie herausgefunden, dass BM 32 auch eine vielversprechende Behandlungsoption gegen die Infektion von Hepatitis B-Viren darstellt ( bit.ly/2c9OrRU ).

Cornelius: „Es konnte gezeigt werden, dass eine Impfung mit BM 32 bei Personen, die sich vorab keiner Immunisierung mit einem konventionellen Hepatitis-B-Impfstoff unterzogen haben, im Durchschnitt eine 80-prozentige Hemmung der Hepatitis B-Virus-Infektion bewirkt hat.“

Das lässt den Schluss zu, sagt die MedUni Wien-Forscherin, dass das Konzept der Peptid-Carrier-Fusionsproteine auch ein denkbarer Ansatz zur Weiterentwicklung der Hepatitis B-Impfung sein könnte.

Patientennutzen

Cornelius: „Derzeit laufende Untersuchungen sollen zu einer umfassenden Charakterisierung der HBV-Neutralisationsfähigkeit des BM 32 beitragen. Neben einer Präventivwirkung könnte möglicherweise auch ein zusätzlicher Nutzen für Patienten entstehen, die an einer chronischen Hepatitis B- Virusinfektion erkrankt sind.“

Der Hintergrund: Die Infektion mit dem Hepatitis B-Virus ist weltweit immer noch eines der größten Gesundheitsprobleme, bei rund 350 Millionen Menschen ist das Virus im Blut nachweisbar.

Aber rund fünf bis zehn Prozent der Menschen, die mit einem konventionellen Impfstoff geimpft wurden, bauen keinen ausreichenden Antikörper-Titer auf.

„Man muss damit davon ausgehen, dass diese Personen nicht vor einer Infektion geschützt sind“, erläutert Dr. Carolin Cornelius abschließend.

MedUni Wien, Ärzte Woche 37/2016

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