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Immunologie 1. Februar 2016

Die Pollen-Polizei

Was leistet die forensische Palynologie?

Bei jedem Schritt verfängt sich Pollen in unseren Schuhen, unserer Kleidung, unseren Haaren. Diese Tatsache macht sich die forensische Palynologie zunutze. Dr. Martina Weber von der Universität Wien ist eine von wenigen Forschern weltweit, die sich mit Pollen und Forensik auskennen.

„Pollen ist überall“, sagt Weber. Und weiter: „Jeder Ort hat sein individuelles Pollenmuster. Was die Leute nicht wissen: Auch in Innenräumen findet sich viel davon.“ Die forensische Palynologie verwendet Pollen und Sporen (von Moosen und Pilzen) zur Aufklärung von Kriminalfällen. Proben von Verdächtigen werden mit Proben vom Tatort, von Gegenständen und Opfern verglichen. „Wenn man ihre Schuhe nach dem Besuch bei mir untersuchen würde und sie streiten ab, hier gewesen zu sein, könnten wir das Gegenteil beweisen“, sagt die Botanikerin.

Die Forscherin will auch herausfinden, wie lange der Pollen aus einer Wohnung am Schuh erhalten bleibt. Das Ergebnis kann für die Polizei, die immer wieder mit Bandenkriminalität konfrontiert ist, von Bedeutung sein. Und was ist, wenn die Diebe ihre Schuhe gründlich putzen, Frau Professor? „Das macht nichts“, meint Weber, „wir finden immer Pollen, zumindest in den Rillen und Nähten.“

Universität Wien, Ärzte Woche 5/2016

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