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Immunologie 11. Jänner 2016

Riesenzellen sind gigantische Müllschlucker

Ist Abfall für den Hausmüll zu groß, entsorgt ihn der Sperrmülldienst. Dass auch Zellen für große Abfallprodukte ein eigenes Entsorgungssystem haben und wie es funktioniert, fanden Forscher der Technischen Universität München (TUM) in Zusammenarbeit mit britischen Kollegen heraus.

Verantwortlich für die Entsorgung sind riesige Fresszellen, die aus mehreren Zellen durch Fusion entstehen. Obwohl diese Giganten seit Langem bekannt sind, fehlte bisher ein klares Bild ihrer Fähigkeiten. Die Ergebnisse erklären zudem eine neue Therapieform für die systemische Amyloidose, die bereits klinisch getestet wird, heißt es in einer Meldung der TUM. Um die Funktion der Riesenzellen aufzuklären konzentrierten sich die Forscher auf Zellkultur-Experimenten und die systemische Amyloidose. Hier sammeln sich aufgrund von Defekten große Proteinklumpen in den Zellzwischenräumen. Sie schädigen das umliegende Gewebe und stören die Funktion des betroffenen Organs. Die Wissenschaftler konnten den Wirkmechanismus aufklären: Das Medikament führt dazu, dass die Proteinklumpen vom Immunsystem durch Andocken von speziellen Molekülen markiert und dadurch von den Riesenzellen erkannt werden. Im Mikroskop konnte beobachtet werden, dass die Fresszellen die Proteinklumpen umschlossen und abbauten.

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