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Der Schönheit der Blüten steht für viele Allergiker die Belastung durch Pollen gegenüber.
 
Immunologie 21. Juli 2015

Therapieansatz Nasensekret

Warum die Allergene die Barrieren überwinden

Allergiker und Nichtallergiker weisen in ihrem Nasensekretproteom signifikante Unterschiede auf. Die erhöhte Reaktion des Immunsystems bei Allergikern, führt zu einer erhöhten Durchlässigkeit des Gewebes gegenüber Allergenen und damit zur charakteristischen Sensibilität. Mit dieser Erkenntnis eines Forscherteams der HNO-Universitätsklinik der Med Uni Graz könnte auch der Weg für neue Therapieansätze geöffnet werden.

Nasensekret gibt Auskunft

Noch bis zum Spätherbst sind die Pollen unterwegs und sorgen bei Allergikern für teils heftige Reaktionen. Mehr als 16 Prozent der Österreicher leiden unter dem sogenannten „Heuschnupfen“ – einer Immunreaktion, die auch plötzlich im Erwachsenenalter auftreten kann. Bereits im Jänner kann der erste Pollenflug der Saison stattfinden, bis in den Spätherbst müssen Allergiker damit rechnen. Gerade der schubartige Pollenflug wird den Betroffenen oftmals zur Last, da die Blütezeiten der einzelnen Pollenarten jährlich variieren und vor allem von der Wetterlage abhängig sind. An der Med Uni Graz nähert man sich im Rahmen eines dreijährigen Forschungsprojekts den Auswirkungen von Allergenen in der Nase, wobei die Untersuchung saisonaler Unterschiede im Nasensekretproteom im Fokus der Forscher steht. Unter der Leitung von Ass.-Prof. PD Dr. Peter Valentin Tomazic, Klinische Abteilung für allgemeine HNO der Med Uni Graz, werden Veränderungen des Nasensekretproteoms im Zeitverlauf über die Pollenflugsaison und danach untersucht. Dabei werden die Unterschiede zwischen Allergikern und Gesunden in der Reaktion auf den Pollenkontakt analysiert.

Nasensekret als Barriere für Allergene

Als erste Abwehrbarriere der Nasenschleimhaut gegen schädliche Stoffe wie auch Allergene beinhaltet das Nasensekret eine Vielzahl unterschiedlicher Proteine, die verschiedene Funktionen erfüllen. „Die Untersuchung des Nasensekretproteoms im gesunden und erkrankten Zustand schafft ein besseres Verständnis des Nasenschleims als Abwehrbarriere gegen Allergene“, erklärt Tomazic. Die gewonnenen Daten ermöglichen die Ermittlung einzelner Proteine oder Proteingruppen, die als Biomarker für die Diagnostik und neue Therapieansätze in der Behandlung von Allergien herangezogen werden können.

Beschädigtes Gewebe als Schlüssel

Tomazic und sein Forschungsteam fanden nun heraus, dass die Unterschiede zwischen Allergikern und Gesunden in Hinblick auf das Nasensekretproteom signifikant sind. Allergiker haben eine erhöhte Reaktion des Immunsystems, was sich in einer erhöhten Durchlässigkeit des Gewebes gegenüber Allergenen widerspiegeln kann. „Es zeigte sich ein Ungleichgewicht im Vorkommen körpereigener Antiproteasen, dies könnte der Grund dafür sein, dass schädliche Proteasen aus Pollen nicht vollständig deaktiviert werden können“, so Tomazic. Die Pollenproteasen zerstören folglich die Epithelschicht und Allergene können leichter unter die Schleimhaut penetrieren wo Immunreaktionen stattfinden die schließlich zu einer Sensibilisierung führen.

Im Rahmen des Forschungsprojekts an der Med Uni Graz wird ein weiterer Fokus auf den Effekt der Immuntherapie - als einziger kausaler Therapie der Allergischen Rhinitis - auf das Nasensekretproteom gelegt. Ein Vergleich der Veränderungen im Proteom bei Ansprechen auf  Immuntherapie könnte Aufschluss darüber geben, welcher Zustand einem gesunden Menschen nahe kommt.

 

Quelle: Presseaussendung MedUni Graz
, springermedizin.at

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