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Immunologie 23. März 2015

Unterstützung für’s Immunsystem

Erhöhte Infektanfälligkeit kann mit Mikro- und Makronährstoffen gebremst werden.

Reiht sich ein Infekt an den anderen, fragen Betroffene häufig, wie sie ihr Immunsystem stärken können. Dafür steht eine Vielzahl an Präparaten zur Auswahl und es gilt, das geeignet Mittel zu erkunden.

Für die möglichst umfassende Abwehr von Krankheitserregern durch das Immunsystem, muss der Organismus ausreichend mit Makro- und Mikronährstoffen versorgt sein. Allerdings deckt die Ernährung bei vielen Menschen den Bedarf bei weitem nicht ab. Chronisch Kranke (z. B. Diabetiker, Patienten mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung, Herz-Kreislauf-Patienten) haben zudem bedingt durch ihre Erkrankung und/oder durch die regelmäßige Einnahme von Medikamenten häufig per se einen erhöhten Bedarf an einzelnen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Hier ist eine Ergänzung der Nahrung durch Supplemente generell in Betracht zu ziehen, eventuell in Rücksprache mit dem behandelnden Arzt.

Vitamin A

Damit Bakterien und Viren gar nicht erst in den Körper gelangen, ist eine intakte Haut- und Schleimhaut von Noten. Für das Wachstum der Hautzellen ist Vitamin A ein wesentlicher Baustein. Untersuchungen zeigen darüber hinaus, dass das Vi-tamin die Aktivität natürlicher Killerzellen steigert und an der Bildung von Antikörpern beteiligt ist.

Vitamin C

Ascorbinsäure (Vitamin C) besitzt antioxidative Eigenschaften und liegt zum Beispiel in hoher Konzen-tration in den Granulozyten vor. Nach wie vor umstritten ist, ob die vorbeugende Einnahme das Risiko, sich zu erkälten, senkt. Es gibt aber Hinweise darauf, dass sich die Infektdauer durch die prophylaktische Einnahme verringern lässt.

Von einer Monosubstitution wird heute eher abgeraten. Vielmehr bietet sich eine komplexe Lösung an, die auch Zink und Vitamin D sowie gegebenenfalls weitere Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe berücksichtigt.

Vitamin D

Stark in den Fokus gerückt ist seit einigen Jahren Vitamin D, vor allem die in Lebensmitteln tierischer Herkunft vorkommende Form Cholecalciferol (Vitamin D3). In Bezug auf das Immunsystem haben Forscher inzwischen herausgefunden, dass das Vitamin an der Aktivierung von T-Zellen beteiligt ist. Fehlt es, bleiben diese inaktiv und sind nicht in der Lage, eindringende Bakterien oder Viren gezielt zu bekämpfen.

Vitamin D kann zwar in der Haut aus 7-Dehydrocholesterol gebildet werden. Die Daten der NVS II zeigen jedoch große Defizite in weiten Teilen der Bevölkerung. Das hängt unter anderem auch damit zusammen, dass die Effektivität der Eigensynthese von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird.

Hierzu zählen die richtige UV-Wellenlänge (UVB 280 - 320 nm) sowie eine ausreichende UV-Dosis. Der Einsatz von Sonnenschutzpräparaten mit hohem Lichtschutzfaktor hemmt zudem die Eigensynthese. Daher empfiehlt die DGE eine Supplementierung, wenn eine ausreichende Vitamin-D-Produktion nicht durch Sonnenexposition sichergestellt werden kann.

Eisen, Selen, Zink

Von den Mineralstoffen haben Eisen, Selen und Zink die größte Bedeutung für das Immunsystem. Ein Eisenmangel mindert beispielsweise die Aktivität von Makrophagen, senkt die Zahl an B- und T-Lymphozyten und verringert die Bildung von Antikörpern. Die immunstimulierende Wirkung von Selen ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass es Co-Faktor des Enzyms Glutathionperoxidase ist. Diese fängt im Körper aggressive Peroxide ab, die das Immunsystem schädigen. In Untersuchungen wurde bei Selenmangel zudem eine verringerte Aktivität der Natürlichen Killerzellen festgestellt, dagegen steigerte sich aber die Bildung von Antikörpern.

Ein Zinkmangel kann ebenfalls eine Ursache für eine erhöhte Infektanfälligkeit sein. Denn ein solcher schränkt die Funktion der Makrophagen ein, verringert die Lymphozytenzahl und vermindert die zelluläre Immunantwort. Eine Cochrane Studie zu Zink und Erkältungen ergab, dass Zink demnach therapeutische und präventive Effekte besitzt. In-vitro-Tests deuten darauf hin, dass das Spurenelement die Replikation von Rhinoviren, den häufigsten Auslösern einer banalen Erkältung, unterdrücken kann. Möglicherweise verhindert Zink auch die Anheftung der Viren an ICAM-1-Rezeptoren im Nasenepithel.

Sekundäre Pflanzenstoffe

Pflanzen besitzen keine adaptive (erworbene) Immunantwort, also auch keine T-Zellen oder Antikörper. Sie schützen sich mit der Bildung von verschiedenen Substanzen vor dem Eindringen von Schädlingen. Diese sekundären Pflanzenstoffe werden derzeit intensiv erforscht. Für viele von ihnen (z. B. Flavonoide, Beta-Glucane, Carotinoide) konnten inzwischen immunmodulierende Effekte nachgewiesen werden.

Sowohl reich an Vitamin C und Folsäure sind die Früchte des Holunders. In Citrusfrüchten liegen Citrus-Bioflavonoide und Hesperidin natürlich vor, die zu einer verbesserten Aufnahme von Vitamin C beitragen. Astragalus (Tragant) und Taigawurzel (Eleuthero) sind in der Volksmedizin gut etabliert und werden aufgrund ihres reichen Gehalts an Polysacchariden für das allgemeine Wohlbefinden eingesetzt.

springer-gup.de/red, Apotheker Plus 3/2015

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