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Allergische Reaktionen auf Nüsse können heftig sein.
 
Immunologie 26. Jänner 2015

Erkältung oder doch Allergie…?

Ursachen für rinnende Nase, tränende oder juckende Augen

Wer auf Birkenpollen allergisch reagiert, verträgt häufig bestimmte Lebensmittel wie Stein- und Kernobst oder Haselnüsse nicht. Betroffene sollten vorsichtig sein.

Viele der vor allem für den Winter typischen Naschereien enthalten „Apfel, Nuss und Mandelkern“ und rufen direkt nach dem Verzehr ein Kribbeln im Mundraum oder ein pelziges Gefühl auf der Zunge hervor. Auch Juckreiz ist ein klassisches Symptom, wenn bestimmte Inhaltsstoffe oder Zutaten von Lebensmitteln nicht vertragen werden. Während bei Äpfeln häufig noch erhitzte Produkte wie zum Beispiel Bratapfel oder Apfelmus verzehrt werden können, sieht es bei Nüssen anders aus. Die darin enthaltenen Allergene sind hitzestabil. Bei besonders empfindlichen Personen können neben den genannten Problemen auch Magen-Darm-Beschwerden, Asthmaanfälle oder Neurodermitisschübe auftreten. Die beste Therapie ist es, entsprechende Lebensmittel zu meiden.

Nüsse. Im Unterschied zu pollenassoziierten Lebensmittelallergien fallen die Symptome einer primären Lebensmittelallergie wie der Nuss- oder Erdnussallergie sehr viel heftiger aus. Bereits winzige Mengen können innerhalb weniger Minuten bis Stunden einen schweren anaphylaktischen Schock hervorrufen. Die häufigsten Symptome sind Atemnot bis hin zum Atemstillstand, Übelkeit, Blutdruckabfall, Bewusstlosigkeit und Herz-Kreislauf-Stillstand. Wer unter einer primären Nussallergie leidet, sollte nur Lebensmittel verzehren, von denen er weiß, dass keine Nüsse und auch keine Spuren von Nüssen enthalten sind. Für den Ernstfall ist es ratsam, ein Notfallset zur Selbstmedikation stets bei sich zu tragen. Dieses enthält ein Cortisonpräparat, ein Antihistaminikum sowie einen Adrenalin-Autoinjektor und ist für gefährdete Personen auf Rezept erhältlich.

Glühwein. Rotwein enthält, wie auch Räucherfisch, lang gereifter Hartkäse oder Salami, Histamin, ein biogenes Amin. Empfindliche Personen reagieren möglicherweise mit allergieähnlichen Symptomen. Zum Beispiel kann die Nasenatmung behindert sein, oder die Augenlider schwellen an. Die in Glühwein enthaltenen Gewürze wie Zimt, Kardamom und Anis können darüber hinaus allergische Reaktionen hervorrufen.

Tannenbaum und Kälte. Während die akute Gefahr des selbstgeschlagene Weihnachtsbaums aus dem Wald für diesmal schon vorbei ist, kann die Kälte bei einigen Menschen für eine Art Nesselsucht sorgen, genannt „Kälte-Urtikaria“. Diese äußert sich vor allem bei eisiger Kälte in roten, juckenden Quaddeln auf der Haut.

Milbenkot und Pilzsporen. Sind Niesen und Schniefen in jedem Winter dauerhaft an der Tagesordnung, sollte ein Allergietest gemacht werden. Möglicherweise steckt eine Hausstaub- oder Schimmelpilzallergie dahinter. Zwar verschlechtern sich die Lebensbedingungen für Hausstaubmilben durch die trockene Heizungsluft in den Wintermonaten. Dennoch leiden viele Hausstauballergiker in der kalten Jahreszeit besonders unter ihren Beschwerden, da sich der Milbenkot durch warme Heizungsluft (Verwirbelung) und sparsames Lüften nachhaltig in der Wohnung verteilt.

Auch die Konzentration an Schimmelpilzsporen steigt in der kalten Jahreszeit in Innenräumen häufig deutlich an, und zwar umso stärker, je höher die Luftfeuchtigkeit ist.

Um die Konzentrationen an Milbenkot und Schimmelpilzsporen zu senken, hilft regelmäßiges feuchtes Wischen von Böden sowie Staubsaugen. Wichtig ist es, häufig bei weit geöffnetem Fenster zu lüften. Das sorgt für trockenere Raumluft. Auf Luftbefeuchter sollte verzichtet werden. Befeuchtende Nasen- und Augenpräparate, salzhaltige Lutschtabletten oder Bonbons sowie ausreichendes Trinken helfen bei zu trockenen Schleimhäuten. Für Hausstauballergiker ist es zudem empfehlenswert, Encasing-Bezüge für die Matratzen zu verwenden.

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