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Immunologie 18. November 2014

Allergie und Würmer: Sollen wir uns gute alte Freunde zurückholen?

Ziel des Reviews

Helminthen haben hoch differenzierte Strategien entwickelt um das Immunsystem des Wirts zu manipulieren und damit ihr überleben im Wirt zu sichern. Es ist bekannt, dass diese Manipulationen/ Evasionsmechanismen nicht nur das überleben der Parasiten selbst fördern, sondern auch eine schützende Wirkung auf den Wirt haben können, z. B. im Falle von Allergien. Der deutliche Rückgang von Wurminfektionen in westlichen Industrieländern mit hohen hygienischen Standards, wird vielfach mit der steigenden Prävalenz an allergischen Erkrankungen in Verbindung gebracht. Jedoch können bestimmte Wurminfektionen selbst auch Allergien auslösen. Verschiedene Faktoren, wie die Parasitenspezies, der Zeitpunkt der Infektion in Bezug auf allergische Sensibilisierung, sowie die Dauer und Schwere der Infektion können einen Einfluss auf die Entstehung und den klinischen Verlauf allergischer Erkrankungen haben. Ziel dieses Reviews ist es, die Ergebnisse epidemiologischer und experimenteller Studien, die die Wechselwirkungen zwischen Wurminfektionen und Allergien beschreiben, näher zu beleuchten. Außerdem soll die mögliche therapeutische Anwendung von Parasiten, aber auch von Parasitenmolekülen in klinischen Studien kritisch diskutiert werden.

Neueste Ergebnisse

In den letzten zehn Jahren konnten zahlreiche Studien zeigen, dass bestimmte Parasiteninfektionen das Auftreten von allergischen Erkrankungen verhindern können. Im Zuge klinischer Studien wurden die immunologischen Auswirkungen bestimmter Wurminfektionen, wie z. B. dem Schweinepeitschenwurm (Trichuris suis) oder dem Hakenwurm (Necator americanus), untersucht, um sogenannte „Helminthen-basierende Therapien (oder: Helminthen-/Wurmtherapien)“ zu entwickeln. Die Resultate dieser Untersuchungen ergaben, dass bestimmte Helmintheninfektionen (nicht humanpathogen) eine sichere und effektive Alternative zur Behandlung von unkontrollierten Entzündungsreaktionen darstellen können. Nichtdestotrotz bleibt es vorrangiges Ziel, nur jene Bestandteile der Parasiten, die für die schützende Wirkung verantwortlich sind, zu identifizieren (und zu isolieren) und für künftige Behandlungsmodelle zu verwenden.

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