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Immunologie 26. Mai 2014

Mehr Selbstgekochtes für Kleinkinder

Nahrungsmittelauswahl und Zubereitung könnten Allergiebereitschaft erklären.

Nahrungsmittelallergien bei Säuglingen und Kleinkindern sind nicht selten. Häufig werden veränderte Ess- und Kochgewohnheiten dafür verantwortlich gemacht. Ein englisches Forscherteam versuchte, präventive Ernährungsgewohnheiten zu identifizieren, die die Rate von Nahrungsmittelallergien senken könnten.

Den Forschern um Kate Grimshaw von der Universität Southampton stand als Datenmaterial die PIFA-Studie (Prevalence of Infant Food Allergy) zur Verfügung mit 41 Kindern, die allergisch, und 82 Kinder, die nicht allergisch auf Lebensmittel reagierten. Die erste Gruppe war durch den internationalen Goldstandard „double-blind, placebo-controlled food challenge“ definiert worden. Dabei untersuchten die Wissenschaftler vor allem die Hauptkomponenten der zugeführten Nahrung. Sie stellten fest, dass den Kindern mit Nahrungsmittelallergien schon etwas früher, nämlich schon mit viereinhalb Lebensmonaten, festere Nahrung zugefüttert worden war, während die Kontrollgruppe erst einige Wochen später Beikost erhalten hatte.

Auch enthielt die Nahrung von nicht allergischen Kindern während der ersten zwölf Lebensmonate relativ mehr Obst und Gemüse und zuhause wurde mehr selbst gekocht, während kommerzielle Babynahrung, Fertiggerichte und tierische Fette wie Speck weniger oft angeboten wurden.

Als Erklärung für die Unterschiede in der Allergiebereitschaft führen Grimshaw und ihre Kollegen an, dass in Selbstgekochtem mehr Vitamin C sowie Karotin, Folsäure, weitere Mikronährstoffe und Oligosaccharide enthalten sind, die auch speziell als Substanzen mit immunmodulatorischem Effekt bekannt sind.

 

Quelle: Urban & Vogel (2014); Originalpublikation: Grimshaw KE et al. J Allergy Clin Immunol 2013; Jul 23. pii: S0091-6749(13)00912-3

springernedizin.de, Ärzte Woche 22/2014

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