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© Österr. Pollenwarndienst

Neue Services vom Österreichischen Pollenwarndienst der MedUni Wien: Belastungslandkarte und Pollen-App 3.0.

 
Immunologie 17. April 2014

Frühlingsgefühle

Die Natur ist heuer früh erwacht. Auf Gräserpollenallergiker wartet eine lange Saison.

Nach der Hochblüte der Birke rückt nun die Blütezeit des nächsten Hauptallergens, der Gräser, näher. Die Gräser gehören neben der Birke zu den wichtigsten Aeroallergenen für Pollenallergiker. Besonders sensible Personen haben mit ersten Belastungen durch die Gräserpollen schon ab Ende April zu rechnen.

Generell starten die Belastungen für Pollenallergiker heuer viel früher als gewohnt, schon sehr früh litten die Allergiker an Pollen von Erle und Hasel. Auch die Birkenblüte hat je nach Region früher eingesetzt, im Osten Österreichs beispielsweise bis zu zwei Wochen früher als im Schnitt der letzten zehn Jahre.

Durch die außergewöhnlich milden Wetterbedingungen beginnen nun auch die Gräser mit Anfang Mai in ganz Österreich früher zu blühen. „Erste relevante Mengen an Gräserpollen werden im Schnitt bis zu eine Woche früher als im langjährigen Mittel in der Luft sein“, erklärt die Biologin Dr. Katharina Bastl vom Österreichischen Pollenwarndienst.

Wetter im April beeinflusst die Stärke der Belastung

„Eine Prognose zur Intensität der Gräserpollensaison kann aus derzeitiger Sicht noch nicht erstellt werden, da die Entwicklung der Gräserblüte auch maßgeblich von den Niederschlagsmengen und Temperaturen im April abhängig ist. Wird der April feucht, muss auch ein intensiver Gräserpollenflug erwartet werden. Sollte der April zu trocken ausfallen, kann es sogar zu einer geringeren Intensität der Gräserblüte kommen“, erläutert Bastl.

Die Blühbereitschaft der Gräser sollte aber in Wien, Graz und Eisenstadt am 28. April, in St. Pölten, Linz, Salzburg, Klagenfurt und Innsbruck am 29./30. April und in Bregenz am 3. Mai gegeben sein. „Blühbereitschaft ist nicht mit Blühbeginn gleichzusetzen. Ist die Blühbereitschaft erreicht, so hat die Mehrheit der Pflanzen das Potenzial zu stäuben. Doch erst günstige Wetterbedingungen führen zum Einsetzen des Pollenfluges“, sagt Uwe Berger, Leiter des Pollenwarndienstes der MedUni Wien.

Neues Forschungswissen

Sofern die Wetterbedingungen weiterhin passen, müssen sich Allergiker heuer auf eine entsprechend verlängerte Saison einstellen. Ob sie auch stärker leiden, hängt wesentlich davon ab, wie die Pflanzen ihre Pollen freigeben: überfallsartig oder in konstanten, wohl dosierten Mengen. Das sind neue Erkenntnisse der Pollenforscher an der MedUni Wien, die damit die die künftige Pollenwarnung wesentlich verändern. Bastl: „Bisher gingen wir davon aus, dass Allergiker umso stärker leiden, je mehr Pollen in der Luft sind. Aktuelle Untersuchungen haben aber ergeben, dass die empfundene Belastung nicht allein von der Pollenmenge abhängt, sondern dass auch der Verlauf der Saison großen Einfluss hat.“ Das bedeutet: Setzt der Pollenflug schlagartig ein, wird die Saison als stärker wahrgenommen. Steigt die Pollenkonzentration langsam an, kann sich der Körper offensichtlich besser auf die Belastung einstellen und empfindet die Saison als nicht so stark. Darüber hinaus reagiert jeder Betroffene anders.

Belastungslandkarte und Pollen-App 3.0

Die Pollenwarnung der Zukunft braucht also auch Information über die tatsächlich empfundene Belastung. Dafür werden die Benutzerdaten aus dem elektronischen Beschwerdekalender „Pollen-Tagebuch“ analysiert und als Grundlage für die Prognose herangezogen. Ein neues Angebot auf Basis dieser Daten ist die neue Belastungslandkarte. Sie ist eine Symptom-Landkarte, die die Hot Spots an Belastungen durch den Pollenflug visualisiert – und das stundenaktuell und europaweit.

Die Forschungsergebnisse wurden auch in die aktuelle Version der Pollen-App eingearbeitet, die inzwischen von 80.000 Allergikern regelmäßig genutzt wird. Mit der Pollen-App 3.0 gehen nun auch weitere Features, wie ein standardisierter Fragebogen, eine Erinnerungsfunktion für den Arztbesuch nach der Pollensaison oder eine Push-Notification, die eine Warnmeldung des erreichten Beschwerdegrades sendet, online.

„Allergiker, aber auch Ärzte und Wissenschaftler profitieren gleichermaßen von den kostenlosen Services der Forschungsgruppe Aerobiologie und Polleninformation“, ist Wolfgang Gstöttner, Leiter der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenerkrankungen der MedUni Wien, wo der Pollenwarndienst seit über 40 Jahren beheimatet ist, überzeugt. „Unsere österreichischen Forscher sind seit jeher Vorreiter internationaler Pollenwarnservices und Impulsgeber von Forschungsprojekten.“

Was gibt’s Neues?

Die rasante Entwicklung in der Allergieforschung bringt laufend Neuerungen in der Diagnose und Therapie. So steigt von Jahr zur Jahr die Genauigkeit der Allergietests. Horak: „Inzwischen können nicht nur die Allergie-Auslöser als Ganzes untersucht werden. Es lässt sich sogar herausfinden, gegen welchen einzelnen Eiweißkörper man reagiert.“

Info sowie kostenloser Download der aktualisierten Pollen-App auf www.pollenwarndienst.at

Linktipps:

www.pollenwarndienst.at – Prognose, tagesaktueller Pollenflug, Belastungslandkarte, Download Pollen-App etc.

www.allergenvermeidung.org –- Informationsplattform für Allergiker

www.lungenunion.at – Selbsthilfegruppe für Menschen mit Atemwegserkrankungen

MedUni Wien/OTS/CL, Ärzte Woche 17/2014

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