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Bekommt Allergien schon mit auf den Lebensweg.
 
Immunologie 15. November 2013

Allergien entstehen im Mutterleib

Der Grundstein für Lebensmittelallergien wird schon im Fötalstadium gelegt.


Allergien und Asthma betreffen mittlerweile mehrere hundert Millionen Menschen weltweit“, betonte Prof. Dr. Cezmi Akdis, Präsident der European Academy of Allergy and Clinical Immunology (EAACI), die heuer gemeinsam mit der World Allergy Organization (WAO) den weltgrößten Allergiekongress veranstaltete. Lebensmittelallergien werden auch schon vor der Geburt „programmiert“.

Das ist eines der neuesten Forschungsergebnisse, die am EAACI-WAO Weltkongress erstmals vorgestellt wurden. Australische Forscher konnten zeigen, dass nicht nur genetische Faktoren die Anfälligkeit für Lebensmittelallergien bestimmen sondern auch Umwelteinflüsse vor der Geburt. Babys kommen demnach bereits mit Allergien auf die Welt. Die Ergebnisse des Teams um David Martino vom Murdoch Children’s Research Institute, Melbourne, sind ein weiterer wissenschaftlicher Hinweis dafür, dass sich Allergien bereits im Fötalstadium entwickeln können. Babys können mit einer Anfälligkeit für Lebensmittelallergien geboren werden, die vom Verhalten ihrer Mütter ausgelöst wurden – zum Beispiel dadurch, was sie während der Schwangerschaft gegessen und getrunken haben.

Diesen Zusammenhang hat die Studie für bei Kleinkindern festgestellte Lebensmittelallergien innerhalb der ersten zwölf Lebensmonate nachgewiesen. Eine zentrale Rolle bei der pränatalen Entwicklung des Immunsystems spielt ein biochemischer Prozess, die DNA-Methylierung. Diese DNA-Methylierung ist anfällig für Störungen durch externe Faktoren. Die Studie aus Australien liefert Beweise dafür, dass diese Störungen oder andere externe Umstände während der Schwangerschaft das Risiko von Lebensmittelallergien erhöhen, und leitet daraus ab, dass letztere bereits im Fötus „programmiert“ werden.

 

Presseaussendung der EAACI, hautnah 4/2013

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