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© Julia Wesenberg / Fotolia.com
 
Immunologie 4. Februar 2013

Asthma, Heuschnupfen und Ekzeme durch Fast Food

Neuseeländische Studie beweist Zusammenhänge.

Wenn Kinder und Jugendliche dreimal oder häufiger pro Woche Fast Food essen, erhöht sich ihr Risiko, an schwerem Asthma, allergischer Rhinitis und Hautausschlägen zu erkranken. Die Untersuchungsergebnisse bestätigten außerdem, dass man seinem Körper etwas Gutes tut, wenn man dreimal oder häufiger pro Woche Obst isst.

Im Rahmen der Untersuchung wurden Daten von mehr als 319.000 Jugendlichen im Alter von 13 bis 14 Jahren und von mehr als 181.000 Kindern im Alter von sechs bis sieben Jahren ausgewertet. Die zugrunde liegenden Daten wurden im Zuge der weltweit größten epidemiologischen Untersuchung für diese Altersgruppen, der „International Study of Asthma and Allergies in childhood“ (ISAAC) erhoben.

Im Mittelpunkt der Erhebung standen Nahrungsmittel, die in vorangegangenen Studienphasen als asthmafördernd oder -hemmend eingeschätzt worden waren, also etwa Fleisch, Gemüse und Obst, Kartoffeln, Pasta, Margarine sowie Hamburger und weiteres Fast Food.

Die teilnehmenden Kinder und Eltern machten Angaben darüber, wie häufig bestimmte Krankheitssymptome, wie schweres Atmen bei Asthma oder eine laufende/verstopfte Nase und juckende/tränende Augen bei der allergischen Rhinokonjunktivis, auftraten. Außerdem informierten sie das Forscherteam über aufgetretene Ekzeme und über ihre wöchentlichen Essgewohnheiten.

Beim Auswerten der Daten achteten die Forscher besonders auf die Schwere der Symptome in den vergangenen zwölf Monaten. Ihr Augenmerk lag dabei beispielsweise auf der Häufigkeit der Symptome und wie sich die Symptome auf das tägliche Leben und/oder das Schlafverhalten ausgewirkt hatten.

Böse Hamburger

Unter Berücksichtigung bestimmter Faktoren, die die Ergebnisse beeinflussen können, zeigte die Auswertung der Daten, dass sich nur Fast Food in gleichem Maße negativ auf die beiden teilnehmenden Altersgruppen auswirkte. So schlussfolgerten die Forscher, dass „eine solche Einheitlichkeit die mögliche Kausalität des Zusammenhangs verstärkt“.

Unter den Jugendlichen konnte Fast Food durchweg mit akuten und schweren Symptomen der drei oben genannten Erkrankungen in Verbindung gebracht werden und zwar in allen Gesundheitszentren der teilnehmenden Länder, unabhängig vom Geschlecht und der finanziellen Situation der Probanden.

Unter den Kindern im Alter von sechs und sieben Jahren war der Kausalzusammenhang zwar nicht so eindeutig, die auftretenden Symptome konnten dennoch auch in dieser Altersgruppe teilweise auf das Essen von Fast Food zurückgeführt werden. Laut den Autoren könnte der Unterschied zwischen den Altersgruppen dadurch zu erklären sein, dass jüngere Kinder bei ihrer Essensauswahl weniger Freiraum haben als Jugendliche. Stand bei den Testteilnehmern drei Mal oder häufiger pro Woche Fast Food auf dem Speiseplan, erhöhte sich das Risiko, an schwerem Asthma zu erkranken, bei den Jugendlichen um 39 Prozent und bei den Kindern um 27 Prozent. Auch das Auftreten von Ekzemen und der Schweregrad von Rhinitis erhöhten sich insgesamt.

Gutes Obst

Im Rahmen der Studie kamen die teilnehmenden Gesundheitszentren außerdem zu dem Ergebnis, dass man durch den Verzehr von Obst den drei oben genannten Krankheiten vorbeugen kann. Aßen die Testteilnehmer drei Mal oder häufiger pro Woche Obst, verringerte sich die Schwere der Symptome bei den Jugendlichen um elf und bei den Kindern um 14 Prozent.

Für diese Untersuchungsergebnisse bieten die Autoren folgende Erklärung an: Neben einem hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren, Zucker, Kohlenhydraten, Natrium sowie möglicherweise Konservierungsstoffen finden sich in Fast Food oft Trans-Fettsäuren. Gerade für Trans-Fette, die zum Beispiel auch in Margarine vorkommen, wird eine Verbindung mit Asthmaerkrankungen und Allergien angenommen. Für den positiven Effekt von Obst sind womöglich Antioxidantien verantwortlich.

Quelle: Ellwood P et al.: Thorax 2013

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