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Immunologie 4. Juli 2012

Erhöhte Rigidität der Kopfspeicheldrüsen in der Sonoelastographie mit reduzierter Speichelproduktion assoziiert

Increased rigidity of salivary glands as indicated by sonoelastography is associated with reduced saliva production in primary Sjörgen’s syndrome

1 Abteilung für Rheumatologie, Medizinische Universität Graz, 2 Abteilung für Radiologie, Medizinische Universität Innsbruck, 3 Abteilung für Nuklearmedizin, 4 Abteilung für Radiologie, Universität Graz

Das Sjögren-Syndrom (SS) gehört in seiner primären und sekundären Form zu den häufigsten entzündlich-rheumatischen Erkrankungen (Prävalenz 0,2 – 1,0 %). Klinischer Leitbefund ist das „Sicca-Syndrom“ mit Keratoconjunctivitis sicca, Stomatitis sicca und/oder rezidivierenden Schwellungen der großen Kopfspeicheldrüsen. Morphologische Veränderungen der exokrinen Drüsen können mit Hilfe des Ultraschalls untersucht werden. Funktionelle Störungen werden mit Hilfe klinischer Tests wie dem Saxon Test und/oder der Speicheldrüsenszinitigraphie (Szinti) erfasst. Die Echtzeit-Sonoelastographie (SElasto) misst die Rigidität von Geweben und wurde für die Beurteilung von Brustgewebe, Schilddrüsen, Leber, Sehnen und Prostata bereits untersucht. In dieser prospektiven Studie haben wir getestet, ob mit Hilfe der SElasto eine Aussage zur klinischen Funktionseinschränkung der Kopfspeicheldrüsen bei SS Patienten möglich ist. Dazu wurden 38 Patienten mit SS nach den Amerikanisch-Europäischen Konsensus Kriterien (mittleres Alter 58 Jahre; 92 % weibliches Geschlecht; mediane Dauer der Sicca Symptome 6 Jahre, 65 % der Patienten mit positivem Befund in der Speicheldrüsenbiopsie) und 11 gesunde Kontrollen eingeschlossen. Neben einer B-Mode Sonographie (mit semiquantitativem Scoring der pathologischen Veränderungen (Score von 0 bis 48)) und der SEIasto (Score 0-16, höhere Scores bedeuten höheren Härtegrad) wurde eine Messung der Speicheldrüsensekretion anhand des unstimulierten Saxon Tests durchgeführt. Zudem wurde die Ausprägung der Sicca Symptomatik mit Hilfe von Patientenfragebögen erfasst. Die Ergebnisse zeigten, dass SS Patienten höhere B-Mode (median 25 vs. 2, p < 0.001) und SElasto Scores (6 vs. 3.0, p < 0.001) aufwiesen als Kontrollen. Die SElasto, nicht aber die B-Mode Sonographie korrelierte invers mit dem Ergebnis des Saxon Tests (corrcoeff – 0.426, p = 0.009). Keine Verbindung bestand zwischen dem Sonographieergebnis und dem subjektiven Ausmaß der Sicca Symptomatik. Zusammenfassend konnten wir zeigen, dass ein höherer Härtegrad der Speicheldrüsen in der SElasto auf eine geringere Speichelsekretion bei SS Patienten hinweist.

(C. Dejaco)

C. Dejaco1, T. DeZordo2, D. Heber3, R. Lipp3, A. Lutfi4, M. Magyar4, D. Zauner1, W. Graninger1, J. Hermann1 , rheuma plus 2/2012

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