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Immunologie 5. Juli 2011

Babys, ab in den Kuhstall!

Zucker im Staub des Viehgeheges könnte Allergien vorbeugen.

Bochumer Forscher haben im Stallstaub den Stoff entdeckt, der Landkinder eventuell vor Allergien und Asthma schützt: Arabinogalaktan. Dieses große Zuckermolekül hindert das Immunsystem an überschießenden Abwehrreaktionen, wenn es im ersten Lebensjahr in hoher Konzentration eingeatmet wird.

 

Das Molekül kommt in großen Mengen in Futterpflanzen wie dem Wiesenfuchsschwanz (Alopecurus pratensis) vor. Die Forscher aus Bochum, München und Borstel um Dr. Marcus Peters von der Experimentellen Pneumologie der Ruhr Universität Bochum (RUB) konnten nachweisen, wie das Molekül auf Zellen des Immunsystems wirkt.

Peters hatte Staubproben aus Stallungen von Bauernhöfen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zur Verfügung. Die Analyse ergab, dass die Stäube mehr als zehn Prozent Arabinogalaktan enthalten. Die Forscher prüften also, wie sich das Immunsystem von Mäusen gegenüber potenziellen Allergenen verhält, wenn Arabinogalaktan vorhanden ist. „Es hat sich gezeigt, dass die dendritischen Zellen, die den Immunzellen schädliche Eindringlinge präsentieren, sodass diese dagegen vorgehen, in Anwesenheit von Arabinogalaktan ihr Verhalten ändern“, so Peters. Welche Rezeptoren der dendritischen Zellen für den Mechanismus verantwortlich sind, muss noch untersucht werden.

Auf die Dosis kommt es an: In kleineren Konzentrationen können die Pollen des Wiesenfuchsschwanzes Allergien auslösen, in großen Dosen und sehr früh im Leben aber auch verhindern. Denkbar wäre eine Anwendung der Erkenntnis als Spray oder Nasentropfen, da der Zucker wasserlöslich ist.RUB/IS

 

Literatur: Journal of Allergy and Clinical Immunology. DOI: 10.1016/j.jaci.2010.05.011

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