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Immunologie 14. Oktober 2009

Rotavirus-Inzidenz bei Säuglingen deutlich gesunken

In Österreich konnte kurz nach Einführung einer Impfung ein Benefit beobachtet werden.

Seit Juli 2007 ist die generelle Impfung gegen Rotaviren für alle Säuglinge im Alter von sechs Wochen bis zu sechs Monaten Bestandteil des österreichischen Impfplans. Die Durchimpfungsrate ist seitdem auf 85 Prozent angestiegen und erste Erfolge konnten bereits registriert werden, wie aus einem Poster1, der auf dem Kongress der European Society for Paediatric Infectious Diseases (ESPID) 2009 präsentiert wurde, hervorgeht.

Von Jänner 2001 bis Dezember 2008 wurden Daten zu Rotavirus-Gastroenteritiden (RV-GE) im Rahmen eines Sentinel erhoben, das etwa ein Drittel der pädiatrischen Betten in Österreichs Spitälern erfasst. Eingeschlossen wurden alle Kinder und Jugendlichen bis zu einem Alter von 15 Jahren, die in einer österreichischen Kinderklinik behandelt wurden und an RV-GE erkrankt waren.

Von Jänner 2001 bis Dezember 2007 sind jedes Jahr durchschnittlich 4.500 Kinder aufgrund einer RV-GE ins Spital eingewiesen worden. Im vergangenen Jahr (2008) wurden jedoch nur noch 2.900 Kinder mit RV-GE stationär behandelt. Insbesondere die Inzidenzrate bei Kindern unter einem Jahr sank von durchschnittlich 2.100/100.000 (2001–2006) auf 1.450 / 100.000 im Jahr 2007 und auf 600 im vergangenen Jahr. Auch bei Kindern im zweiten Lebensjahr war ein Rückgang erkennbar: von 1.850/100.000 (2001–2007) auf 1.350 im vergangenen Jahr. Die RV-GE-Inzidenz bei älteren Kindern änderte sich nicht.

In dieser Erhebung konnte gezeigt werden, dass kurz nach Einführung der generellen Säuglingsimpfung eine drastische Abnahme der RV-GE-Inzidenzraten bei Kindern unter zwei Jahren zu beobachten war. Die Erfahrungen in Österreich decken sich mit den bekannten Daten aus den USA, aber auch aus Queensland, Australien,2 und aus Belgien3 wurden im Rahmen der ESPID vergleichbare Rückgänge um grob die Hälfte beobachtet, die Durchimpfungsraten lagen um die 80 Prozent. Während in Queensland wiederum die unter 2-Jährigen profitierten, galt diese Beobachtung in Belgien sogar für Kinder bis fünf Jahre.

 

1. M. Paulke-Korinek et al.; Poster präsentiert in ESPID, Juni 2009, Brüssel

2. S.B. Lambert et al.; Poster präsentiert in ESPID, Juni 2009, Brüssel

3 D. Strens, J. van Schoor, B. Standaert: To investigate the effect of paediatric vaccination on rotavirus disease burden in Belgium

 

Von Heike Thiesemann-Reith, Ärzte Woche 42 /2009

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