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Immunologie 30. September 2009

Gefäßversorgung von Tumoren modulieren

Eine neue Strategie der Krebsbekämpfung zielt auf die Angiogenese ab.

Maligne Tumoren gedeihen durch das unkontrollierte Wachstum von Blutgefäßen, die gleichzeitig Immunzellen den Eintritt in den Tumor verwehren. Eine Normalisierung oder Aktivierung dieser Blutgefäße, gepaart mit speziellen Immunstrategien gegen den Tumor – das ist ein Ansatz, der nun verfolgt wird.

 

Bisher konzentrierte sich das Forschungsinteresse vor allem darauf, Tumorgefäße zu zerstören. Prof. Dr. Ruth Ganss, Western Australian Institute for Medical Research, Perth, beschreitet einen anderen Weg. Ihr Ziel ist die Entwicklung einer Kombinationstherapie, bei der Immunzellen aktiviert und Tumorgefäße so verändert werden, dass Immunzellen in den Tumor eintreten und ihn zerstören können. „Unser Labor hat verschiedene Wege gefunden, um mit der Angiogenese interferieren zu können“, sagte Ganss. Die Wissenschaftler haben beispielsweise ein Master-Gen beschrieben, das in den Blutgefäßen innerhalb eines Tumors eine zentrale Rolle spielt. Durch Entfernung dieses Gens bei Mäusen war es möglich, den Prozess der Angiogenese umzukehren, so dass die Tumorgefäße anschließend normal erschienen. „Das Besondere dabei war, dass diese Normalisierung das Tumormilieu in einer Weise verändert, die den Eintritt von Immunzellen wieder ermöglicht“, betonte Ganss. In Tierversuchen resultierte dies in dramatisch verbesserten Überlebensraten.

Entzündungsfaktor in den Tumor

Darüber hinaus machten sich die Wissenschaftler besondere Charakteristika der abnormen Tumorgefäße zunutze, um Entzündungsfaktoren in den Tumor einzuschleusen. Diese Faktoren verändern und aktivieren die Tumorgefäße derart, dass Immunzellen die vorhandenen Barrieren durchbrechen und in den Tumor hineingelangen und dort ihr zerstörerisches Werk verrichten.

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