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Foto: Ass. Prof. Dr. Siegfried Jäger
 
Immunologie 16. September 2009

Traubenkraut verlängert Pollensaison

Ragweed-Allergien haben sich in Niederösterreich in zehn Jahren verdoppelt.

Die Ragweed-Pflanze (Traubenkraut, lat. Ambrosia artemisfolia) hat sich in den letzten Jahren in Österreich kontinuierlich ausgebreitet. In Ungarn und den USA sind die Allergene in den Pollen der Pflanze bereits die wichtigsten Auslöser von Pollenallergien.

 

In Niederösterreich wurde bereits vor fünf Jahren eine Informations- und Bekämpfungsstrategie etabliert. Unwissenheit herrscht aber darüber, wie sich Ragweed konkret auf verschiedene Bevölkerungsgruppen auswirkt und wie groß die Belastung für Allergiker bereits ist. Erste Ergebnisse einer noch laufenden 10-Jahres-Studie belegen aber bereits zusätzliche Belastung für Allergiker.

„Mit dieser Studie hat man nun eine wichtige Basis für weitere Schritte gelegt. Es ist überaus wichtig, dass man fundierte Informationen über den Belastungsgrad und die Entwicklungen in einem Jahrzehnt hat. Nur so können wir weitere konkrete und sinnvolle Maßnahmen setzen“, so die niederösterreichische Gesundheitsreferentin Landesrätin Mag. Karin Scheele. Das Endergebnis der Sensibilisierungsstudie wird im Herbst dieses Jahres vorliegen. Einige globale Aussagen können jedoch nach Auswertung der fast 15.000 Datensätze von Patienten aus Wien, Niederösterreich und Burgenland, die seit 1997 erhoben wurden, schon vorweggenommen werden.

Konkurrenz für Birke, Gras, Milbe und Katze

Ragweed liegt zwar noch hinter den in Ostösterreich dominanten Allergenen Birke, Gräser, Hausstaubmilben und Katze (Prävalenz 33-56%). Es hat sich gezeigt, dass bei Kindern und Jugendlichen die Allergie nicht häufiger auftritt als bei Erwachsenen. Durch die späte Blütezeit verlängert die Pflanze auf jeden Fall die Allergiker-Saison. „Es ist beängstigend, dass innerhalb von zehn Jahren eine Verdoppelung der neu entdeckten Ragweed-Allergien von 8,5 auf 17,5 Prozent vorliegt“, so Scheele.

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