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Immunologie 4. Juli 2008

Symposium „Highlights praxisorientierter Forschung“

Von Doz. Dr. Wolfgang Hübl, Wien

Anlässlich des Ruhestandes von Prof. Dr. Peter Michael Bayer, ehemaliger Vorstand des Zentral-Labors im Wilhelminenspital der Stadt Wien, wurde am 11. März dieses Jahres am Schloss Wilhelminenberg das Symposium „Highlights praxisorientierter Forschung“ abgehalten. Nach Grußworten von Dir. Dr. Susanne Herbek, Wiener Krankenanstaltenverbund, und Dir. Dr. Barbara Hörnlein, Ärztliche Direktorin im Wilhelminenspital der Stadt Wien, hielt Prof. Dr. Mathias M. Müller, Institut für Labordiagnostik Wien, eine Laudatio für Prof. Dr. Bayer. Danach lag der Schwerpunkt des Symposiums unter Vorsitz von Prof. Dr. Gerhard Zlabinger, Institut für Immunologie, Medizinische Universität Wien, Prim. Doz. Dr. Attila Dunky, 5. Medizinische Abteilung, Wilhelminenspital Wien, Prim. Prof. Dr. Josef Kovarik, 6. Medizinische Abteillung, Wilhelminenspital Wien, und Prof. Dr. René Louis Humbel, Centre Hospitalier, Luxemburg, auf der Diagnostik von Autoimmunerkrankungen.

Wissenschaftliche Vorträge

Humbel leitete den wissenschaftlichen Teil des Symposiums mit seinem Übersichtsvortrag über „Antinukleäre Antikörper und Zellbiologie“ ein. Er demonstrierte die Bedeutung der Autoantikörperdiagnostik mittels indirekter Immunfluoreszenz auf der Hep2-Zelle und die Zusammenhänge zwischen mikroskopischem Bild und zellulären Strukturen.
Doz. Dr. Irmgard Neumann beschrieb in ihrem Vortrag „Labormedizin – Immunsuppressive Therapie – Autoimmunerkrankungen“ die Bedeutung des Labormonitoring von ANCA-assoziierten Vaskulitiden für deren Verlaufsbeobachtung und Therapiesteuerung. Neben den Routineparametern und den Immunsuppressivaspiegeln sind hierbei auch die ANCA-Titerbestimmung und die durchflusszytometrische Quantifizierung der B-Zellen (bei Rituximab-Behandlung) von großer Bedeutung.
Zlabinger spannte in seiner Präsentation „Entwicklungen in der Autoimmundiagnostik“ den Bogen von der Entdeckung gegen Erythrozyten gerichteter Antikörper durch Bordet 1899 bis zu den heutigen vier Säulen der Autoimmundiagnostik: Autoantikörper, Entzündungsparameter, Genetik und spezifische T-Zellen. Weiters thematisierte er die notwendige Balance zwischen Spezifität und Sensitivität von Autoimmuntests durch optimale Entscheidungsgrenzen, die noch unzufrieden stellende Standardisierung von Tests sowie die Problematik von automatisierten highthroughput Analysesystemen (Proteomics, Multiplex-Tests).
Dr. Ernst Wagner bot in seinem Vortrag eine Übersicht über die Wertigkeit von Antikörpern gegen citrullinierte Proteine für die Diagnose, Früherkennung, Prognose- und Verlaufsbeobachtung der chronischen Polyarthritis.

Schnelltest für chronische Polyarthritis

Zum Abschluss berichtete Dr. Stephan Becker von Aktivitäten anlässlich des Weltrheumatages 2007 in Deutschland. Dabei konnten sich interessierte Besucher mittels eines Schnelltests (rheumachec® der Fa. Orgentec, Deutschland – siehe Abbildung) auf „Rheuma“ testen lassen. Nach Aufbringen eines Bluttropfens erlaubt der Test den gleichzeitigen qualitativen Nachweis des Rheumafaktors (RF) und der Antikörper gegen modifiziertes citrulliniertes Vimentin (Anti-MCV) innerhalb von 15 Minuten. Anti-MCV wird von einigen Studien eine höhere Sensitivität für die Diagnose der chronischen Polyarthritis bescheinigt als Anti-CCP. Die Spezifität von Anti-MCV wiederum ist jener des RF überlegen. Das Angebot fand reges Interesse, viele Besucher des Weltrheumatages ließen sich testen.
In seiner Abschlussrede bedankte sich Bayer bei den Organisatoren des Symposiums, BA Barbara Fabian und DI Manfred Fabian, allen Rednern, den Vorsitzenden sowie bei all seinen Mitarbeitern der vergangenen Jahrzehnte.

Kontakt: Doz. Dr. Wolfgang Hübl,
Institutsvorstand des Zentrallaboratoriums,
Pavillon 27, Wilhelminenspital der Stadt Wien
E-Mail:

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