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Hepatologie 29. August 2016

Leberzirrhose und Mangelernährung

Risikofaktor. Mangelernährung kommt bei chronisch Leberkranken häufig vor. Das wirkt sich negativ auf die Prognose aus. Experten empfehlen viele kleine Mahlzeiten täglich und vor allem eine ausreichende Eiweißzufuhr.

20 bis 60 Prozent der chronisch leberkranken Patienten sind von Mangelernährung betroffen. Aszites, Ösophagusvarizenblutungen, Infektionen oder die hepatische Enzephalopathie kommen bei mangelernährten Patienten gehäuft vor. Das Operationsrisiko, besonders wenn eine Lebertransplantation ansteht, ist erhöht. Daher empfehlen Gastroenterologen und Ernährungsmediziner, Mangelernährung bei chronisch Leberkranken möglichst früh zu erkennen und zu behandeln. Im Allgemeinen ist dafür keine besondere Ausrüstung erforderlich: Die Patienten berichten über Müdigkeit und Muskelschwäche.

Im fortgeschrittenen Stadium sind Muskelatrophie und der Verlust an Unterhautfettgewebe nicht zu übersehen. Hinzu kommt die Inappetenz. Gerade Patienten mit Aszites empfinden beim Essen rasch ein Sättigungsgefühl. Dies trägt zur negativen Energiebilanz bei.

Frühere Empfehlungen einer eiweißarmen Diät unter der Vorstellung, damit einer Enzephalopathie vorzubeugen, sind inzwischen obsolet. Vielmehr sollen Patienten mit Leberzirrhose Nahrung mit mindestens normalem, wenn nicht sogar leicht erhöhtem Proteingehalt zu sich nehmen, denn der Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel ist bei Zirrhosepatienten ebenfalls gestört.

SpringerMedizin, Apotheker Plus 7/2016

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