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Hepatologie 26. April 2016

Leberwerte auf Erfolgskurs

Hoffnung für Patienten mit einer seltenen Lebererkrankung.

Die primär sklerosierende Cholangitis ist derzeit trotz medikamentöser Therapie eine unheilbare Lebererkrankung. Mit nor-Ursodeoxycholsäure (norUrso) konnte in einer Phase-II-Studie in allen getesteten Dosierungen eine deutliche Verbesserungen der Leberwerte erreicht werden.

An der primär sklerosierenden Cholangitis (PSC) erkranken meist jüngere Menschen und insbesondere Männer zwischen 30 und 40 Jahren. Sie gilt als eine seltene Erkrankung, die zumeist durch einen Zufallsbefund oder im Verlauf einer Gelbsucht entdeckt wird, und ist durch eine Störung der Galleproduktion gekennzeichnet. Typischerweise ist das Krankheitsbild mit einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung sowie erhöhtem Risiko für Dickdarmkrebs assoziiert. Im Verlauf kann sich diese Erkrankung bis hin zur Leberzirrhose und zum Gallengangskrebs entwickeln. Ihre Ursache ist bisher nicht bekannt, es wird aber ein Zusammenhang mit der Entzündung im Darm vermutet.

Verbesserung der Leberwerte

In einer multizentrischen Phase-II-Studie mit 45 involvierten Zentren aus ganz Europa unter Leitung der MedUni Wien, bei der erstmals norUrso an 161 Patienten verabreicht wurde, konnte nachgewiesen werden, „dass es in allen getesteten Dosierungen deutliche Verbesserungen der Leberwerte gibt“, so Prof. Dr. Michael Trauner, Leiter der klinischen Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie der MedUni Wien. Die Ergebnisse wurden auch am größten internationalen Leberkongress (EASL) in Barcelona von Trauner präsentiert. Damit kann jetzt eine Phase-III-Studie initiiert werden, die auch die Langzeitauswirkungen der Erkrankungsprogression untersuchen“, so der Hepatologie-Experte.

In Vorarbeiten für diese multizentrische Studie an Patienten mit PSC konnte in vorangegangenen Forschungen über die Wirkmechanismen in präklinischen Tiermodellen nachgewiesen werden, dass norUrso direkt am Gallengang wirkt und die Gallenwege durch eine Erhöhung des Bikarbonat-reichen Gallenflusses von Giftstoffen freispült. Es konnte gezeigt werden, dass eine Verbesserung der Bikarbonatsekretion in die Gallenflüssigkeit die Entzündungen verringern bzw. verhindern kann und dass Bikarbonat-Anionen wie ein Schutzschirm für Gallengangszellen wirken. Zusätzlich hat norUrso direkte entzündungs- und fibrosehemmende Effekte, die weiter erforscht werden.

Quelle: MedUni Wien

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