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Sozial anerkannt, aber gefährlich für die Leber: Erhöhter Alkoholkonsum.
 
Hepatologie 14. Dezember 2015

Leberwerte prüfen

Bei erhöhtem Risiko ist regelmäßige Kontrolle sinnvoll.

Etwa ein Achtel der Bevölkerung in unseren Breiten haben erhöhte Leberwerte und damit ein größeres Risiko, Lebererkrankungen zu entwickeln. Um Spätfolgen wie Leberzirrhose und Leberzellkrebs zu vermeiden, ist eine frühe Diagnose entscheidend.

Menschen mit erhöhtem Risiko für Lebererkrankungen sollten daher regelmäßig ihre Leberwerte im Blut bestimmen lassen, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Zu den gefährdeten Patienten zählen laut DGVS unter anderem übergewichtige und alkoholkranke Menschen, ebenso Patienten, die dauerhaft Medikamente einnehmen (vor allem Paracetamol, bestimmte Rheumamedikamente und Antibiotika).

Die am weitesten verbreitete Lebererkrankung in Deutschland ist die Fettleber. Sie betrifft etwa 30 Prozent der Bevölkerung, in der Regel bedingt durch Adipositas, unausgewogene Ernährung, überhöhten Alkoholkonsum und Bewegungsmangel. So gelten bei Frauen maximal zehn Gramm Alkohol pro Tag als unschädlich für eine gesunde Leber. Das entspricht einem Viertel Liter Bier oder einem Achtel Liter Wein. Bei Männern gilt die doppelte Menge als Grenzwert. Außerdem können Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes Mellitus oder Fettstoffwechselstörungen die Entstehung einer Fettleber fördern.

Späte Entdeckung verschlechtert die Prognose

Da Lebererkrankungen allerdings häufig schleichend verlaufen und meist keine Symptome verursachen, werden sie oft erst spät erkannt. Unbehandelt seien dann Leberzirrhose oder Leberzellkrebs mögliche Folgen. „Dabei können wir viele Lebererkrankungen bei einer rechtzeitigen Diagnose erfolgreich behandeln oder sogar heilen“, erklärt Prof. Christian Trautwein von der DGVS aus Aachen. Bei Hepatitis B könne eine antivirale Behandlung das Voranschreiten der Krankheit verhindern. Der Hepatitis-C-Virus lasse sich mit neuen Medikamenten sogar komplett eliminieren. Ebenso könne sich eine Fettleber vollständig zurückbilden, sofern man die Ursache ausschaltet.

Auch Apotheken können Leberchecks anbieten. So unterstützen zum Beispiel in Deutschland die „Assoziierten Apotheker“ durch ihre Mitarbeit in der Deutschen Leberstiftung die Verbesserung der Früherkennung, die Vorbeugung und die Behandlungsmöglichkeiten von Lebererkrankungen. Im Internet gibt es zudem einen Fragebogen zum Download, mit dem gemeinsam mit dem Patienten festgestellt werden kann, ob ein erhöhtes Risiko für Leberkrankungen besteht: www.deutsche-leberstiftung.de/hilfe/lebertest.

Quelle: DGVS/Leberstiftung

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