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© Julio de la Higuera Rodrigo / iStock / Thinkstock
Auch wenn man nicht abnimmt: In Bewegung bleiben!
 
Hepatologie 3. Jänner 2016

Bewegung hilft der Leber

Nicht-alkoholische Fettleber als Volkskrankheit

Regelmäßige körperliche Aktivität senkt das Risiko für Nicht-alkoholische Fettlebererkrankungen – selbst dann, wenn die Kilos auf der Waage nicht fallen. Dennoch sollten Gewichtsreduktion und mehr Bewegung Ziel von gesundheitspoltischen Maßnahmen sein, stellt die neue Leitlinie „Nicht-alkoholische Fettlebererkrankungen“ der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) fest.

Die Nicht-alkoholische Fettleber ist die am weitesten verbreitete Lebererkrankung in Deutschland und Österreich, sie betrifft etwa 30 bzw 40 Prozent der Bevölkerung. Neben einem erhöhten Lebensalter ist vor allem ein ungesunder Lebensstil für die Entstehung der Krankheit verantwortlich. „Übergewicht und Adipositas sind die wichtigsten Risikofaktoren“,, erklärt Prof. Dr. Elke Roeb vom Universitätsklinikum Gießen und Marburg.

Studien zufolge kann eine Gewichtsabnahme um vier bis 14 Prozent den Leberfettgehalt um 35 bis 81 Prozent senken, heißt es in der Leitlinie. „Die Gewichtsreduktion ist ein wichtiges Ziel“, so Roeb, die als Koordinatorin maßgeblich an der Erstellung der Leitlinie beteiligt war. Gelingt es trotz aller Anstrengung nicht, abzunehmen, sollten Patienten auf jeden Fall in Bewegung bleiben. Körperliche Aktivität führe nachweislich auch ohne Reduktion des Körpergewichts zu einer Besserung der Fettleber, so Roeb. In einer Studie konnten Probanden mit acht Wochen Training auf dem Fahrradergometer ihren Fettgehalt in der Leber um 13 Prozent reduzieren. „Am besten sollte die Bewegung in den Alltag integriert werden: Stufen laufen statt Rolltreppe, Radfahren statt Autofahren“, empfiehlt Roeb. Optimal sei, pro Woche mindestens zweieinhalb Stunden Sport zu treiben.

Erhöhtes Risiko für schwere Folgeerkankungen

Die nicht-alkoholische Verfettung der Leber ist in etwa 20 Prozent Ursache für unheilbare Leberzirrhosen und ein zunehmend häufiger Grund für Lebertransplantationen. Zudem geht die Erkrankung mit einem deutlich erhöhten Risiko für Herzkreislauferkrankung einher und viele Patienten leiden auch unter einer Insulinresistenz beziehungsweise einem Typ-2-Diabetes. Obwohl die Fettleber meist Ältere betrifft, erkranken auch junge Menschen immer häufiger. Schätzungen zufolge, hat etwa eines von zehn Kindern eine Fettleber. Etwa 4000 Kinder und Jugendliche in Deutschland seien von einer aggressiv fortschreitenden Verlaufsform bedroht, berichten die Wissenschaftler. „Die Entwicklung ist erschreckend“, meint Roeb. „Und sie zeigt, wie wichtig wir nicht nur die Behandlung, sondern vor allem auch die Prävention von Übergewicht und Fettleibigkeit nehmen müssen.“

Quelle: Presseaussendung DGVS

Literatur:

S2k-Leitlinie nicht alkoholische Fettlebererkrankungen , Roeb E et al. ; Zeitschrift für Gastroenterologie 2015; 53: 668–723

Zum Download: www.dgvs.de/leitlinien/leitlinien-der-dgvs/

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