zur Navigation zum Inhalt
 
Hepatologie 7. Oktober 2013

Bewegung bei Fettleberhepatitis

Sport ist ein maßgeblicher Faktor für den Behandlungserfolg.

Therapie der Wahl bei Patienten mit nichtalkoholischer Steatohepatitis (NASH) sind Lebensstiländerungen, zu denen die Integration von körperlicher Aktivität in den Alltag zählt. Bereits ein moderates Training wirkt sich positiv auf den Zustand der Leber aus.  

Die mit Abstand häufigste Ursache für die Entstehung einer nichtalkoholischen Fettlebererkrankung (NAFLD) ist das metabolische Syndrom. „Das Risiko für eine NAFLD nimmt mit der Anzahl der Komponenten des metabolischen Syndroms zu. Häufigkeit und Schweregrad der NAFLD korrelieren mit dem Ausmaß der viszeralen Adipositas“, sagt Prof. Dr. Peter Deibert vom Institut für Präventive Medizin in Freiburg .In Deutschland betrage die Prävalenz der NAFLD bei 45- bis 55-Jährigen mit einem BMI >30 kg/m2 etwa 20% und bei 55- bis 75-Jährigen rund 27%. Unter den Typ-2-Diabetikern sei die Leber sogar bei jedem zweiten Patienten verfettet. Zur Pathogenese tragen verschiedene Faktoren bei, darunter Insulinresistenz, Leberzellverfettung, Endotoxine, proinflammatorische Zytokine, genetische Faktoren und oxidativer Stress.

     

Lebensstilveränderungen sind die beste Therapie

Eine etablierte medikamentöse Therapie der NAFLD und NASH gibt es bislang nicht. Behandlung der Wahl ist vielmehr die langfristige Gewichtsreduktion durch Diät, Sport und Integration körperlicher Aktivität in den Alltag. „Wie verschiedene Studien zeigen konnten, kann durch derartige Lebensstiländerungen eine Abnahme der Leberverfettung und der Inflammation erreicht werden. Voraussetzung ist, dass es gelingt, das Körpergewicht der Patienten um mindestens 7% zu verringern“, berichtet Deibert. Durch eine Reduktion des Gewichts um 7% könne zudem eine Halbierung des Alanin-Aminotransferase-Werts ALT erreicht werden. „Schon mit einem relativ moderaten Training (45%–55% VO2max, 30–60 Minuten, an fünf Tagen pro Woche) lässt sich nach 16 Wochen zwar noch kein Körpergewichtsverlust, wohl aber ein positiver Effekt auf den Fettgehalt der Leber erreichen.“ Durch sportliche Betätigung lasse sich außerdem die Insulinsensitivität des Muskels verbessern, ein Effekt der mit Diät allein nicht erreicht wird. Auf die Insulinresistenz habe sich die Kombination „Sport plus Diät“ als superadditiv erwiesen.

Quelle: 44. Deutscher Sportärztekongress, Frankfurt/M., 6. bis 7. September 2013

springermedizin.de, Ärzte Woche 41/2013

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben