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Hepatologie 23. Juni 2013

Mehr Information über Hepatitis C

Früher Behandlungsbeginn vermeidet Leberschäden und erhöht Verträglichkeit

Die Dunkelziffer ist groß: Weil die Symptome der Hepatitis C lange Zeit unbemerkt bleiben, wird die Krankheit häufig in einem bereits fortgeschrittenen Stadium erkannt und behandelt, wenn vielfach bereits irreversible Schädigungen der Leber wie Leberzirrhose oder Leberkrebs eingetreten sind. Dabei wäre ein früher Behandlungsbeginn mit besserem Erfolg und weniger Belastungen für den Patienten verbunden. Mit einer umfassenden Aufklärungsaktion „Hepatitis C – Die unterschätzte Gefahr“ soll der Informationsstand nun bei allen Beteiligten verbessert werden.

Bei mehr als zwei Drittel der Betroffenen wird Hepatitis C per Zufallsbefund diagnostiziert und in vielen Fällen handelt es sich dann bereits um eine fortgeschrittene Erkrankung. Etwa 80.000 Menschen leiden in Österreich an einer Hepatitis C-induzierten Lebererkrankung, jeder fünfte Betroffene weiß nicht, wo er sich infizierte und fast zwei Drittel der diagnostizierten Patienten unterziehen sich keiner medizinischen Behandlung.

Heilungschancen bis zu 90 Prozent

Die Heilungschancen konnten in den vergangenen beiden Jahrzehnten abhängig vom jeweiligen Genotyp bis auf 90 Prozent erhöht werden, berichtet Univ.-Prof. Dr. Harald Hofer, Univ.-Klinik für Innere Medizin III, Wien: „Möglich wurden diese Erfolge durch die Weiterentwicklung der Kombinationstherapie aus Interferon und Ribavirin, sowie die Ergänzung mit der neuen Wirkstoffklasse der Protoeasehemmer, die eine Verbesserung der Heilungsraten bei Patienten mit dem bisher schwer zu behandelnden Hepatitis C Virus Genotyp 1, der in Österreich am häufigsten vorkommt, ermöglichten.“ Besonders die Nebenwirkungen von Interferon stellen für den Patienten eine Belastung dar. Auch hier gilt, so Hofer: “Je früher die Behandlung beginnt, und je besser der Allgemeinzustand des Patienten, desto besser verträglich ist die Therapie.“ Eine kürzlich veröffentlichte Studie zeigt übrigens, dass der Proteasehemmer Boceprevir zusätzlich zur Peginterferon und Ribavirin-Therapie (PR) die qualitätskorrigierte Lebenserwartung gegenüber PR alleine erhöhte und die Kosten des Zusatzes von Boceprevir auch teilweise durch die Reduktion der Kosten aufgrund von leberbezogenen Komplikationen kompensiert wurden. Über den mangelhaften Informationsstand ist sich die österreichische Bevölkerung jedenfalls bewusst: Nur 40 Prozent fühlen sich, einer aktuellen Umfrage zufolge, selbst gut informiert.

Quelle: Presseinformation ÖGGH “Hepatitis C – Die unterschätzte Gefahr”, 7. Mai 2013

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