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Im Sommer, wenn die Vitamin-D-Spiegel steigen, geht’s den Hepatitis-B-Viren schlecht.
 
Hepatologie 1. Juli 2013

Neue Erkenntnis zur Hepatitis B

Vitamin-D-Mangel könnte zur Ausbreitung des Hepatitis-B-Virus in der Leber beitragen.

Neue Studienergebnisse weisen auf einen kausalen Zusammenhang zwischen Viruslast und Vitamin-D-Serumkonzentration hin.

Hepatitis B gehört zu den häufigsten Infektionskrankheiten weltweit. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation wurden bereits zwei Milliarden Menschen mit dem Virus infiziert und die Krankheit ist für fast 600.000 Todesfälle im Jahr verantwortlich. Ein Forscherteam des Universitätsklinikums Frankfurt hat jetzt in einer Studie gezeigt, dass ein enger Zusammenhang zwischen einem Vitamin-D-Mangel und der Ausbreitung des Hepatitis-B-Virus in der Leber besteht. Eine niedrige Vitamin-D-Konzentration im Serum war in dieser Studie eine der stärksten Determinanten für eine immunologisch unzureichend kontrollierte Hepatitis B mit hoher Konzentration des Hepatitis-B-Virus im Blut. Diese Erkenntnis eröffnet völlig neue Möglichkeiten für die medikamentöse Behandlung der Erkrankung.

„Man wusste bereits, dass Vitamin D das Immunsystem unterstützt und es gibt Belege, dass es eine Rolle bei wichtigen Lebererkrankungen wie etwa der Hepatitis C spielt“, erklärt Forschungsgruppenleiter Dr. Christian Lange. „Die Verbindung von Vitamin -D-Mangel und chronischer Hepatitis B war dagegen bisher unbekannt.“ In einer Studie konnte das Forschungsteam von Januar 2009 bis Dezember 2012 insgesamt 203 Patienten mit chronischer Hepatitis B untersuchen, die zuvor noch keine Behandlung für ihre Infektion erhalten hatten. Bei diesen wurde im Rahmen der Studie die Vitamin-D-Serumkonzentration (25-Hydroxyvitamin D) gemessen. Ausgeschlossen wurden Patienten, die auch mit dem Hepatitis-C-Virus, HIV oder Hepatitis-D-Virus infiziert waren, die exzessiv Alkohol konsumierten oder an Leberkrebs bzw. anderen bösartigen Tumoren litten.

Resultate zeigen klaren Zusammenhang

Die Ergebnisse zeigen, dass 37 Prozent der Patienten mit chronischer Hepatitis B einen ausgeprägten Vitamin-D-Mangel aufwiesen (weniger als 10ng/mL), 47 Prozent hatten einen mäßigen Vitamin-D-Mangel (zwischen 10 und 20ng/mL) und nur bei 19 Prozent war der Vitamin-D-Level auf einem normalen Niveau (mehr als 20ng/mL).

Weitergehende Analysen belegen, dass eine hohe Konzentration von Hepatitis-B-Viren im Blut ein starker Indikator für einen niedrigen Vitamin-D-Spiegel ist. Beispielsweise lag bei Patienten mit einer Hepatitis-B-DNA unter 2.000 IU/mL die mittlere Vitamin-D-Serumkonzentration bei 17ng/mL und bei Patienten mit einer Hepatitis-B-DNA von 2.000 IU/mL und mehr (ein Schwellenwert, der eine Therapiebedürftigkeit anzeigt) bei 11ng/mL.

Jahreszeitliche Schwankungen

Ein kausaler Zusammenhang beider Parameter wurde durch gegenläufige Entwicklungen der jeweiligen Serumkonzentrationen im Jahresverlauf nahegelegt: Stieg die Vitamin-D-Serumkonzentration durch den Einfluss des Sonnenlichtes im Sommer und Herbst, sank die Konzentration an Hepatitis-B-Viren im Blut (und umgekehrt in Monaten mit niedriger Sonnenlichtexposition). „Unsere Resultate legen eine kausale Verbindung zwischen einem Vitamin-D-Mangel und einer hohen Konzentration von Hepatitis-B-Viren im Blut nahe“, erklärt Lange.

Mit dieser Erkenntnis könnten sich neue Möglichkeiten für die Therapie der Viruserkrankung ergeben. „In weitergehenden Studien untersuchen wir derzeit, wie Vitamin D konkret zur Behandlung der chronischer Hepatitis B eingesetzt werden kann“, so Lange.

Originalpublikation:

Farnik H et al.: Low vitamin D serum concentration is associated with high levels of hepatitis B virus (HBV) replication in chronically infected patients; Hepatology 2013; online May 22

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