zur Navigation zum Inhalt
 
Hepatologie 12. Juni 2012

Hepatitis C: Zwei Faktoren als Vorhersage

Gezielte Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit Neuinfektion

Etwa 30 Prozent aller akuten Hepatitis-C-Erkrankungen heilen von alleine aus, 70 Prozent werden chronisch. Mit der Identifikation zweier, über den Blutbefund nachweisebarer Faktoren durch ein Forscher-Team unter Leitung von Univ.-Prof. Dr. Harald Hofer, Univ.-Klinik für Innere Medizin III der Medizinischen Unviersität Wien, wird nun eine Vorhersage des Krankheitsverlaufes und damit eine zielgerichtete Therapie möglich.

„Ein Polymorphismus im IL28B Gen und das Interferon-gamma induzierbare Protein-10 (IP-10) haben Einfluss auf die spätere Entwicklung der akuten Hepatitis C Virus Infektion“, erklärt Hofer. „Wenn ein Patient eine gute Konstellation beider Merkmale besitzt, ist eine spontane Ausheilung sehr wahrscheinlich.“ Die Ergebnisse der zugrundeliegenden österreichweiten, multizentrischen Untersuchung von Patienten mit akuter Hepatitis C unter Leitung der MedUni Wien wurden Ende vergangenen Jahres im in „Gastroenterology“ (1) publiziert. Auf der Basis dieser Erkenntnisse könnte die Therapie zielgerichteter eingesetzt werden und einem Teil der Betroffenen erspart bleiben. Derzeit werden die Patienten 24 Wochen lang mit Interferon-alpha, das antiviral wirkt und das Abwehrsystem anregt, behandelt. Die Therapie sieht eine Injektion pro Woche vor. Ziel ist, dass sechs Monate nach der Beendigung der Therapie kein Virus mehr nachweisbar ist. Die Behandlung ist mit hohen Kosten und zahlreichen Nebenwirkungen verbunden. Die Patienten zeigen häufig grippeartige Symptome wie Fieber, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, neigen zu Müdigkeit und Haarausfall, dazu kann es zu Fehlfunktionen der Schilddrüse kommen. Häufig ist die Therapie auch von Depressionen und Angstzuständen begleitet.

„Die rechtzeitige Therapie der akuten Hepatitis C ist von großer Wichtigkeit, weil dadurch ein Übergang in eine chronische Erkrankung verhindert werden kann.“ so Hofer. An der Klinischen Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie der Universitätsklinik für Innere Medizin III werden derzeit mehrere hundert Patienten mit chronischer Hepatitis C pro Jahr behandelt.

Quelle: PRESSEINFORMATION Meduni Wien

Literatur

 

1. S. Beinhardt, J. H. Aberle, M. Strasser, et al:  Serum Level of IP-10 Increases Predictive Value of IL28B Polymorphisms for Spontaneous Clearance of Acute HCV Infection. Online: doi:10.1053/j.gastro.2011.09.039, print: Gastroenterology, Vol.142 (1): 78–85.e2, January 2012

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben